Kreistag

Verkehrsausschuss kritisiert Regiotram-Gesellschaft wegen Ausfällen und Verspätungen

Klaus Reintjes

Kassel. Die beiden Geschäftsführer der Regiotram-Gesellschaft (RTG) Jochen Fink und Klaus Reintjes hatten einen schweren Stand im Verkehrsausschuss des Kreistages. Es hagelte Kritik wegen zahlreicher Ausfälle und Verspätungen von Regiotrams auf mehreren Linien.

Die Situation eskalierte in dieser Woche, sie besteht aber genau genommen, seitdem die RTG mit den Partnern Kasseler Verkehrsgesellschaft und Hessische Landesbahn den Betrieb 2013 übernahm.

Im März hatte es eine Sondersitzung des Ausschusses zum Thema gegeben. Dass sich bis heute nichts verbessert habe, zeuge von fehlender Ursachenforschung, hieß es. Und: „Das Vorzeigeprojekt Regiotram verkommt zum Rohrkrepierer.“

20 Prozent Krankenstand bei den Fahrzeugführern wird aktuell als Grund für die Probleme angegeben. „Das ist eine sehr hohe Quote“, betonte Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), während der Ausschuss-Sitzung. Und: „Es scheinen hausgemachte Probleme zu sein, die auch hausintern zu lösen sind.“ Als Auftraggeber und Vertragspartner fordere der NVV „einen ordentlichen Betrieb“.

Im März war RTG-Geschäftsführer Jochen Fink noch davon ausgegangen, die Probleme bis Sommer in den Griff zu bekommen. „Das sei nicht erreicht worden“, räumte er ein. Dabei sei das Personal aufgestockt worden, seit August gebe es „fahrbare Schichten“ für die Tramführer. Dennoch habe man dauerhaft eine Krankenquote von zehn Prozent und jetzt sogar 20 Prozent. „Das ist objektiv nicht nachzuvollziehen“, meinte Fink.

Amtskollege Klaus Reintjes räumte ein, dass in den Monaten nach dem Start mit zu wenigen Fahrern diese stark beansprucht waren, Urlaube nicht gewährt werden konnten. Aber: Man halte sich an den Tarifvertrag, die Stimmung im Betrieb sei gut, es gebe keine Fluktuation bei den Fahrern.

Uwe Schmidt, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender des NVV, sprach von einem großen Imageschaden. Und kündigte an: „Da die RTG augenscheinlich nicht in der Lage ist, die Probleme schnellstmöglich abzustellen, müssen wir über eine Neuvergabe der Fahrleistungen nachdenken.“

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.