Kreistag-Entscheidung

Windkraftanlagen sollen weiter in großen Waldgebieten möglich sein

Windräder im Wald: Der Kreistag diskutierte über die mögliche Herausnahme von weiteren Vorrangflächen in Reinhardswald, Habichtswald und Kaufunger Wald aus dem Teilregionalplan Energie Nordhessen. Die Windanlagen auf dem Foto stehen bereits im Habichtswald zwischen Martinhagen und Breitenbach. Foto: Kühling

Kreis Kassel. Große Waldgebiete wie der Reinhardswald, der Habichtswald und der Kaufunger Wald werden nicht grundsätzlich aus den Plänen zum Bau von Windkraftanlagen ausgenommen. Dafür sprach sich der Kreistag mehrheitlich in seiner Sitzung in Baunatal aus.

Diskutiert wurde im Kreisparlament nämlich erneut über den Teilregionalplan Energie Nordhessen, in dem es um die Vorrangflächen für Windenergieanlagen geht. Der Landkreis gibt dazu lediglich eine Stellungnahme ab, letztendlich entscheidet die Regionalversammlung über die Flächen, die von Investoren für Windparks genutzt werden dürfen.

Die Fraktion der Freien Wähler setzte sich in der Sitzung des Kreistages vehement dafür ein, den Reinhardswald aus den Planungen herauszunehmen. Es gehe um den Erhalt des Charakters und der Natur dieses einzigartigen Landschaftsschutzgebietes, sagte Albert Kauffeld. „Große Windparks bedrohen den Reinhardswald fundamental.“

Weiter ging sogar noch ein Vorstoß der FDP. Die Fraktion wollte zusätzlich den Habichtswald, den Meißner und den Kaufunger Wald vor dem Bau weiterer Windräder schützen. Beide Fraktionen bekamen für ihre Anträge keine Mehrheit.

„Die größte Gefahr für unseren Wald ist nicht die Windkraft, sondern die Kohlekraft“, erläuterte Timon Gremmels für die SPD-Fraktion mit Blick auf den CO2-Ausstoß. Der Vorteil von Windrädern sei dass diese nach 20 bis 25 Jahren wieder abgebaut werden könnten, wenn es andere technische Möglichkeiten gebe. Und: Von den ursprünglich für den Reinhardswald vorgesehenen bis zu 100 Anlagen sei man inzwischen sowieso schon abgerückt, sagte Gremmels. Es gehe jetzt nur noch um etwa 30 bis 40 Windräder.

Dr. Christian Knoche von den Linken unterstützte ebenfalls die Vorgaben im Teilregionalplan. „Niemand will den Reinhardswald verspargeln“, sagte er. Der Entwurf sei ausgeglichen und nachvollziehbar, sagte auch Erich Schaumburg für die CDU.

Und Steffi Weinert (Grüne) hielt es schlicht für nicht möglich, den Reinhardswald aus den Plänen rauszunehmen. Allgemein zur Energiewende sagte sie: „Was richtig ist, werden wir ausprobieren müssen.“

Einstimmig sprach sich der Kreistag für einen Antrag der SPD aus, dass im Teilregionalplan die Lage von Ruheforsten dargestellt wird. „Aus Pietätsgründen sollte ein angemessener Abstand festgelegt und mögliche Auswirkungen diskutiert werden“, heißt es in der Begründung zu dem Beschluss.

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