Kriminalität in Baunatal: So wenige Taten wie nie zuvor

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Bedrohlich: Hauseigentümer fürchten sich vor solch einer Situation. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Baunatal zurückgegangen – so wie wie die Zahl der Straftaten insgesamt auch. Archivfoto: dpa

Baunatal / Schauenburg. Die Zahl der Straftaten in der Stadt Baunatal ist im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Fälle sank von 1261 auf 1185. Auf diese Entwicklung verwies Henning Hinn, Leiter des Polizeireviers Süd-West in Baunatal, im Gespräch mit der HNA.

„Die Kriminalitätsrate ist so gering wie noch nie“, betonte Hinn.

Zusätzlich wurden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch mehr Fälle von der Polizei aufgeklärt. Die Quote stieg von 49,2 Prozent im Jahr 2012 auf 56,5 Prozent 2013.

In fast allen von den Beamten erfassten Tatbereichen ist die Zahl der Fälle gesunken. Als Beispiel nannte der Revierleiter den Bereich der Wohnungseinbrüche. Wurden 2012 noch 51 Einbrüche in der VW-Stadt angezeigt, waren es im vergangenen Jahr nur 28. Es habe zwar eine kleine Serie von Dämmerungseinbrüchen im Leiselfeld gegeben, räumte Hinn ein, insgesamt sei die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig. Der Revierleiter nannte mehrere Gründe, die sich positiv auswirken. So habe es eine intensive Streifentätigkeit - auch mit Zivilstreifen - in den Wohngebieten gegeben. Zudem nutzten Hauseigentümer immer bessere Technik, um Einbrüchen vorzubeugen.

Verringert hat sich beispielsweise auch die Zahl von Diebstählen aus Autos. Registrierte die Polizei 2012 noch 51 Fälle, waren es jüngst nur noch 22. „Das ist wenig“, so Hinn zur Situation in Baunatal.

Leiter des Polizeireviers Süd-West in Baunatal: Henning Hinn

Leicht rückläufig ist ebenso der Diebstahl von Autos. 25 Fahrzeuge wurden 2013 im Bereich des Stadtgebietes gestohlen, im Jahr zuvor waren es noch 30. Ein Großteil dieser Straftaten sei im Bereich des VW-Parkplatzes zu verzeichnen, erläutert der Revierleiter. Dort seien hochwertige Fahrzeuge von Volkswagen verschwunden. Er gehe davon aus, dass es sich um osteuropäische Tätergruppen handelt.

Fahren unter Drogeneinfluss 

Intensivieren will Henning Hinn die Suche nach Autofahrern, die unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs sind. Dies sei schon im vergangenen Jahr geschehen. Aufgrund stärkerer Kontrollen sei die Fallzahl von 24 auf 44 in die Höhe geschnellt.

Dass sich vor allem junge Menschen ans Steuer setzen, wenn sie zuvor Drogen genommen haben, beschreibt der Revierleiter als gesellschaftliches Phänomen. „Drogenkonsum hat den Alkohol längst abgelöst.“

Wenig Taten in Schauenburg 

„Es gibt kaum eine Kommune mit so wenig Straftaten“, sagt der Polizeichef zum Stand der Straftaten in der Gemeinde Schauenburg. Dort stieg zwar die Zahl von 180 auf 209 leicht an, dies sei aber ausschließlich auf eine Einbruchsserie in eine Kleingartenanlage in Hoof zurückzuführen. 22 Einbrüche in die Lauben verzeichnete die Polizei 2013. Da diese Serie nicht aufgeklärt wurde, sackte die Aufklärungsquote in Schauenburg insgesamt auch von 46,7 auf 44,5 Prozent ab. Hinn: „Ohne die Einbrüche hätten wir eine Aufklärungsquote von 57 Prozent gehabt.“

Von Sven Kühling

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