Umweltverbände gegen Idee der Projektgruppe

Kritik an Kooperation mit Eon

Kreis Kassel. Mit Entrüstung und Unverständnis haben die Mitglieder des Kreisverbandes der Grünen auf das Vorgehen der Projektgruppe der Kreisgemeinden zur Neuvergabe der Konzessionen für die Stromnetze reagiert. Das geht aus einer Pressemitteilung der Grünen hervor.

„Wir finden es völlig inakzeptabel, dass die Kommunalparlamente jetzt mit einer vorfabrizierten Beschlussvorlage, die eindeutig die Handschrift des Atomkonzerns Eon trägt, unter Druck gesetzt werden sollen“, sagt Edmund Borschel, Sprecher der Grünen Arbeitsgruppe und Fraktionschef im Baunataler Stadtparlament. Verstärkt werde dieser Eindruck noch dadurch, dass dem Energieriesen im April offensichtlich Möglichkeiten zur Nachbesserung seines Angebotes eingeräumt wurden, die andere Anbieter aber nicht gehabt hätten.

Entscheidung am 20. Juni

In den vergangenen Tagen zeichnete sich ab, dass die Projektgruppe unter Federführung der Stadt Baunatal einen Kooperationsvertrag mit Eon bevorzugt. Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz hatte sich beispielsweise in der Stadtverordnetensitzung am vergangenen Montag vehement für die Variante mit Eon eingesetzt. In Baunatal entscheidet das Parlament endgültig am 20. Juni. Auch die anderen Kommunalparlamente sollen demnächst über die Variante abstimmen.

Neben den Grünen kritisiert auch das Umwelthaus Kassel die angestrebte Kooperation mit Eon. Die im Umwelthaus zusammengeschlossenen Verbände haben einen offenen Brief an alle Gemeindevertreter und Stadtverordneten formuliert.

Für eigenständige Strukturen

In einer Pressemitteilung empfehlen die Umweltschützer, „im Zuge der Neuausrichtung des Betriebs der Stromnetze eigenständige regionale Strukturen aufzubauen, als Voraussetzung für den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien“. Vor allem kritisiert das Umwelthaus, dass Eon weiterhin auf Atomstrom setze. (sok)

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