Baunatal macht Weg für neues Wohnquartier frei – Schaub: Transparenz ist gewahrt

Kritik an Landvergabe

Acker wird Bauland: Im Baugebiet „Weißes Feld“ werden momentan Versorgungsleitungen und Kanäle verlegt. Diese verlaufen bisher im angrenzenden Trineweg (im Vordergrund). Foto: Dilling

Baunatal. Für den Zuzug junger Familien sind alle Parteien im Baunataler Stadtgebiet. Doch über die Modalitäten wurde jetzt in der Stadtverordnetenversammlung heftig gestritten.

Der SPD dominierte Magistrat bevorzuge bei der Vergabe von Bauplätzen im neuen Wohnquartier „Weißes Feld“ in Großenritte einseitig Ortsansässige, warf CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel den Sozialdemokraten vor und fügte hinzu: „Von Transparenz kann keine Rede sein.“

Hintergrund des Streits , in dem auch die Grünen-Fraktion von Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) nähere Aufklärung über die Vergabepraxis forderte, ist die enorme Nachfrage nach Bauland im „Weißen Feld“. 653 Interessenten haben sich um die nur 40 Bauplätze beworben.

Auf Nachfrage von Grünen-Fraktionschef Edmund Borschel erklärte Schaub, die Plätze würden zu 30 Prozent an Großenritter, zu 40 Prozent an die übrigen Baunataler und zu 30 Prozent an Auswärtige vergeben. Sämtliche 653 Interessenten seien von der Stadt angeschrieben worden. Man habe ihnen ihre Platzierung auf der Liste mitgeteilt und abgefragt, ob das Interesse fortbesteht und auch für Alternativen an anderen Orten gelte, teilte Schaub mit. „Die komplette Transparenz ist gewahrt“, sagte der Verwaltungschef.

Stüssel reicht diese Erklärung nicht. „Es kann nicht sein, dass Quotenregelungen im kleinen Magistratskämmerlein beschlossen werden“, sagte der Unionsfraktionschef. Wenn Großenritter bevorzugt würden, „dann hört es für uns auf“, meinte Stüssel.

Schaub hatte dagegen betont, beim Vorgehen des Magistrats handele es sich um die übliche Praxis. Im Herbst dieses Jahres wird voraussichtlich mit der Vermarktung der Bauplätze im Weißen Feld begonnen, im Frühjahr 2015 dürften die ersten Rohbauten stehen. Laut Schaub sind zehn Reihenhäuser und daneben Einzel- und Doppelhäuser vorgesehen. Die Erschließung des Gebiets kostet rund eine Million Euro.

Mit einem einstimmigen Beschluss machten die Stadtverordneten schließlich den Weg frei für weitere Bauplätze in Großenritte auf insgesamt fünf Flurstücken zwischen Niedensteiner Straße und Oberer Sommerbachstraße, die im Besitz eines Gärtnereibetriebs sind.

Von Peter Dilling

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