Kritik an Verengung auf Brücke in Baunatal-Guntershausen

Brücke über die Bauna: Erwin Kilian (von links), Diter Norwig, Björn Ludolf und Helmuth Krug sehen die geplante Umgestaltung der Fahrbahn kritisch. Die Stadt hat vor, diese zu teilen – für Autofahrer sowie Radfahrer, die auf dem R 1 unterwegs sind. Fotos: Kühling

Baunatal. Im Sommer will die Stadt Baunatal den Fernradweg R1 auf einer eigenen Spur über die Baunabrücke im Guntershäuser Ortskern führen. Dazu soll die Fahrspur für Autos, Lastwagen und Busse auf dem Bauwerk deutlich schmaler werden. Gegen diese Pläne regt sich jetzt Widerstand in der Bevölkerung.

Anwohner befürchten Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. „Man sieht sich nicht mehr“, sagt beispielsweise Helmuth Krug. Der 64-Jährige geht davon aus, dass sich Autofahrer, die sich dann auf der Brücke auf der einen verbleibenden Fahrspur begegnen, nicht rechtzeitig wahrnehmen. Das erhöhe das Unfallrisiko - auch für die daneben fahrenden Radfahrer sowie Fußgänger.

„Es wird zu eng“, sagt auch Erwin Kilian. Gemeinsam mit seinen Guntershäuser Nachbarn Dieter Norwig und Björn Ludolf verweist er darauf, dass teilweise schwere Lastwagen und der Stadtbus durch den Ort rollen. Wenn die Fahrbahn auf der Brücke verengt werde, komme es im Begegnungsverkehr automatisch zu erheblichen Problemen. Schon jetzt sei das Bauwerk eigentlich nicht für schwere Fahrzeuge ausgelegt, betont der 69-jährige Norwig.

Die Stadt plant, dem Radweg, der jetzt bereits von Fuldabrück kommend ganz normal über die Fahrbahn der Bauna-Brücke führt, eine eigene drei Meter breite Fahrspur zu widmen. Eine 4,50 Meter breite Spur soll für Autos bleiben. Das Ziel ist: Radfahrer, die aus Richtung Kassel kommen und nach links auf die Dorfstraße einbiegen, bleiben künftig auf dieser Straßenseite. Sie müssen nicht - wie bisher - die Hauptverkehrsstraße queren.

Bürgermeister Manfred Schaub hatte die Pläne im November in groben Zügen vorgestellt. 20.000 Euro sind für diese Variante kalkuliert. Auf Anfrage der HNA wollte sich Schaub jetzt nicht mehr zu Einzelheiten äußern. Er werde die Sache in einer Bürger-Info am heutigen Mittwochabend im Gemeinschaftshaus Guntershausen mit den Bürgern besprechen. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Nur soviel sagt Schaub: Mit der Umgestaltung erhöhe sich die Sicherheit für die Radfahrer.

Dieter Norwig und Björn Ludolf schlagen vor eine Holzbrücke an das bestehende Bauwerk anzusetzen. „Wenn die Stadt Geld ausgeben will, dann soll sie auf das so machen“, sagt Norwig. Er rechne mit Kosten für eine Holzbrücke von rund 160.000 Euro.

Grundsätzlich machen sich die kritischen Anwohner aber dafür stark, „dass alles so bleibt, wie es ist“. Schließlich seien an dieser Stelle bislang keine schweren Unfälle passiert. Krug: Der Radweg ist 200 Kilometer lange. Er führt an vielen Stellen durch Dörfer. Nirgendwo ist etwas abgeteilt.“

Von Sven Kühling

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