Freiwillige Helfer bauen Schutzzaum bei Wilhelmsthal und tragen Tiere in Eimern über die Straße

Kröten gehen wieder auf Wanderschaft

Da nicht alle Krötenweibchen regelmäßig ihr Laichgewässer aufsuchen, sind die meist kleineren Krötenmännchen im Überschuss und sichern sich schon während der Wanderung eine Partnerin, indem sie sich von ihr huckepack zum Laichgewässer tragen lassen. Diese Situation kann für das Weibchen sehr mühsam, auch gefährlich sein, da es sowohl erdrückt als auch ertrinken kann. Foto: Germandi

Calden. Es ist wieder so weit. Kröten, Frösche und Molche erwachen aus der Winterstarre und machen sich bei einer Temperatur über fünf Grad auf den Weg zu dem Laichgewässer, in dem sie geboren wurden. Der Weg ist oft beschwerlich und lebensgefährlich, da sie bei ihrer Wanderung viel befahrene Straßen überqueren.

Ein Auto verursacht schon bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h Luftströmungen, die zum Tod der Tiere führen können. Daher baut eine Gruppe aus freiwilligen Helfern aus Ahnatal, Vellmar und Espenau, die eng mit der örtlichen Revierförsterei, der Ortsgruppe der Grünen und dem Nabu zusammenarbeitet, Jahr für Jahr einen mobilen Krötenschutzzaun in der Nähe von Schloss Wilhelmsthal auf. Die so aufgehaltenen Kröten und auch Molche werden sicher per „Eimer-Taxi“ über die Straße getragen und in der Nähe des Laichgewässers in die Freiheit entlassen.

Bei den Tieren handelt es sich vorwiegend um Erdkröten, Teich- und Bergmolche, seltener um Kammmolche, die nach der Bundesartenschutzverordnung als gefährdet und streng geschützt gelten. Beim Sammeln werden sowohl Kröten als auch Molche nach Männchen und Weibchen getrennt erfasst und die Zahlen an den Nabu weitergeleitet.

Eine stationäre Amphibienleitanlage in der Wilhelmsthaler Straße ist als Ausgleichsmaßnahme im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet am alten Flughafen festgesetzt. So können die Amphibien voraussichtlich im nächsten Jahr bequem und ohne Stress einen Tunnel, der unter der Straße hindurchführt, für ihre Hin- und Rückwanderung benutzen. „Dieses Projekt hat endlich nach jahrelangen Bemühen Chancen, im kommenden Jahr umgesetzt zu werden, worüber sich sicher nicht nur die Kröten freuen“, meinen die Helfer. (mic)

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