Tierschützer setzten die Amphibien an Gewässern bei Wilhelmsthal wieder aus

Kröten und Lurche gerettet

Huckepack: In Fangeimern wurden die Lurche und Erdkröten über die stark befahrene Wilhelmsthaler Straße transportiert und nahe ihrer Laichgewässer wieder ausgesetzt. Foto: Germandi

Wilhelmsthal. Fleißige Helfer haben seit Anfang März in Wilhelmsthal 1354 Amphibien vor dem Verkehrstod gerettet und über die stark befahrene Wilhelmsthaler Straße gebracht, um sie nahe ihrem Laichgewässer wieder frei zu lassen, damit sie selbst zwischen Landaufenthalt und Teich wählen können, berichtet Gerlinde Yakisikli aus Espenau, die bei der Aktion dabei war.

Die Tiere suchen das Laichgewässer aus, in dem sie geboren wurden. 952 Krötenmännchen und 314 Weibchen waren auf Wanderschaft, dazu kamen 88 Molche, vorwiegend Berg- und Teichmolche. In diesem Jahr hat sich die Zahl der Amphibien wesentlich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Anhand der 29 Fangeimer konnte festgestellt werden, wo sich besonders viele Tiere sammeln.

Dies könnte laut Yakisikli auch für die Planung der stationären Amphibienleitanlage von Bedeutung sein, die als Ausgleichsmaßnahme im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet am alten Flughafen festgesetzt ist und im nächsten Jahr voraussichtlich umgesetzt wird, so dass die Tiere bequem einen Tunnel, der unter der Straße hindurchführt für ihre Hin- und Rückwanderung benutzen können.

Bei täglicher Kontrolle, auch der Teiche am Schloss, stellte man fest, dass der Laichvorgang am 7. April begann. Die Laichschnüre eines Krötenweibchens können drei bis fünf Meter lang sein und bis zu 6000 Eier, die sich in einer gallertartigen Masse befinden und perlenschnurartig angelegt sind, enthalten. Das Krötenweibchen legt in Folge im Abstand von 15 bis 30 Minuten eine etwa 20 cm lange Laichschnur, die vom Männchen sogleich besamt und im Wasser um Schilf und andere Pflanzen gewickelt wird.

Nach dem Laichvorgang, der etwa fünf bis zehn Stunden dauert, trennen sich die Partner, das Weibchen verlässt den Teich, um sich ein Sommerquartier zu suchen, das Männchen bleibt oft noch im Wasser und ist weiter auf Partnersuche.

Wenn die Metamorphose beendet ist, verlassen Tausende von Jungkröten fast gleichzeitig den Teich, um sich einen schönen Platz für ihr Landleben auszusuchen. Im Volksmund redet man dann vom Froschregen. Nur wenige dieser Tiere erreichen die Geschlechtsreife (mit drei bis fünf Jahren), da sie vielen Gefahren ausgesetzt sind.

Eine Erdkröte wurde in Gefangenschaft schon 36 Jahre alt. (nh)

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