Unbekannte haben Futter-Unterstände zerstört

Frau, die sich um wilde Katzen kümmert, fordert Unterstützung von Gemeinde

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Futterstelle: Die Katzenliebhaberin Gabriele Börner hat unterhalb der Grillhütte einen ehemaligen Hasenstall platziert, wo sie täglich Futter und Wasser für Katzen bereitstellt.

Lohfelden. Gabriele Börner kümmert sich im Erholungsgebiet Herchenbach um herrenlose Katzen. „Wir haben die moralische Pflicht, diese Tiere zu füttern“, sagt Gabriele Börner. Sie fordert Unterstützung von der Gemeinde Lohfelden - die Verwaltung leht das aber ab, weil es sich nicht um Fundtiere handelt.

Bei den Tieren handelt es sich um in freier Wildbahn lebende Katzen. Einige von ihnen hat Gabriele Börner eingefangen, vom Veterinär kastrieren lassen und dann in ihrem Lebensraum wieder ausgesetzt.

„Man kann die irgendwann einmal ausgesetzten Tiere in der Regel nicht domestizieren, weil ihr Vertrauen in die Menschen gebrochen ist“, sagt die Leiterin der Ortsgruppe Kassel des Freundeskreises „Katze und Mensch“, die jetzt in Lohfelden den Verein „Hand und Pfote“ aus der Taufe gehoben hat.

„Ich erwarte gerade in der jetzigen Situation mehr Unterstützung von der Gemeinde Lohfelden, schließlich helfe ich Fundkatzen, für die eigentlich die Kommune zuständig ist und aufzukommen hat“, sagt sie. Dem widerspricht das Rathaus in einer Presse-Erklärung eindeutig: Bei den von Frau Börner gefütterten Katzen handele es sich nicht um Fundtiere, sondern um herrenlose Katzen, für die sie oder der Verein das Eigentum übernommen habe und daher für Pflege, Unterhalt und tierärztliche Betreuung zuständig sei. „Dem Fundbüro ist bisher noch keine gefundene Katze angezeigt und abgeliefert worden“, erklärte die Gemeindeverwaltung.

Bürgermeister Michael Reuter sagte der HNA auf Nachfrage, dass er Frau Börner und dem neugegründeten Verein mehrfach seine Unterstützung angeboten habe, auch durch die Möglichkeit von Veröffentlichungen für Mitbürger im Gemeindeblättchen.

Ordnungsamtsleiter Marko Haselböck sagte, dass man Frau Börner auch seitens des Fundbüros eine Zusammenarbeit angeboten habe. Es gebe in Lohfelden aber seit Jahren keine Probleme mit Fundkatzen oder herrenlosen Katzen, weil es sich bei dem größten Teil der Katzen um freilaufende Tiere handele, die einen rechtmäßigen Eigentümer haben, so Haselböck.

Jüngst hatte die Katzenliebhaberin im Bereich Herchenbach/Schützenhaus und Kleingartengelände mit heftigeren Problemen zu kämpfen: Unbekannte haben mehrere von ihr aufgestellte und mit Futter bestückte Katzen-Unterstände zerstört. Außerdem sei sie Drohungen von Anliegern ausgesetzt gewesen, die in der Nähe der Futterstellen Ratten gesehen haben wollen, berichtete Gabriele Börner. (ppw)

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