„Von Windrädern umzingelt“: Städtische Werke informierten über Energieprojekte

Gabriele Michler

Helsa. Mehr als dreißig 200 Meter hohe Windräder sollen auf den Höhenzügen um Helsa aufgestellt werden. Hauptakteur dieser Projekte sind die Städtischen Werke Kassel, deren Vertreter jetzt über die Ergebnisse von Voruntersuchungen informierten.

Mit am Tisch im Helsaer Gemeindezentrum saßen außer Bürgermeister Tilo Küthe auch Vertreter der Energiegenossenschaft Kaufungen.

Unter den 25 Besuchern waren Mitglieder der Interessengemeinschaft „Lebenswertes Helsa“ gegen Windkraft, die nach eigenen Angaben über 40 Unterstützer verfügt, und Befürworter der Windkraftprojekte.

„In Nordhessen können bis zu 80 Prozent der gebrauchten Energie selbst erzeugt werden“, sagte Roland Heibert, Leiter des Fachbereichs Kommunale Kooperationen der Städtischen Werke Kassel, der mit Projektleiter Tobias Eigenbrod zu Fragen ausführlich Stellung nahm.

Standorte für die Projekte „Drei Berge“ (Buchberg, Hirschberg und Rohrberg: zwölf Anlagen), „Stiftswald“ (neun Anlagen) und „Kreuzstein“ (sieben Anlagen) haben sich die Kasseler Werke für ihre Projekte im Vorfeld gesichert. Andere, noch nicht vorstellig gewordene Investoren planen am Bilstein eine weitere Großanlage, hieß es in Helsa.

Der Schwarzstorchverdacht im Bereich Rohrberg habe sich nicht bestätigt, sagte Tobias Eigenbrod von den Städtischen Werken. Das Ergebnis der Schattenwurfüberprüfung sei für alle Standorte der Werke positiv ausgefallen, nur in Wickenrode müssten später Stoppmodule installiert werden. Bei der Schallbelastung bewege man sich ebenfalls innerhalb der Grenzwerte, so der Experte. „Wir wollen die Wertschöpfung vor Ort halten, deshalb sind wir bereit, die Bürger und Gemeinden an den Windkraftprojekten zu beteiligen“, sagte Roland Heibert.

Der Vorstandssprecher der Energiegenossenschaft Kaufungen, Willi Nitsche, zeigte sich während der Veranstaltung offen, Mitglieder aus Helsa aufzunehmen. Bürgermeister Tilo Küthe schloss aber auch den Aufbau einer eigenständigen Genossenschaft nicht aus. Das sei jedoch keine Aufgabe der Gemeinde, sagte der Verwaltungschef.

Das Spektrum der Fragen und Kritik reichte von der Sorge um zurückgehende Grundstückspreise über den Brandschutz und gesundheitliche Auswirkungen bis zu den Eingriffen in die natürlichen Lebensräume.

Wickenrode werde künftig von Windrädern umzingelt, kritisierte Gabriele Michler. Mit der „absoluten Stille“ sei es bald vorbei. Auch Lärm so stark wie Meeresrauschen empfinde sie als Krach, sagte die aus Berlin zugezogene Neubürgerin.

Die Bürger tragen die Risiken, sie würden die negativen Auswirkungen zu spüren bekommen, sagte Ralf Schwendt. Das stehe den Vorzügen einer regionalen Wertschöpfung entgegen, meinte der Sprecher der Interessengemeinschaft gegen Windkraft.

Maximal zwölf Windkraftanlagen sind am Standort „Drei Berge“ auf dem Buchberg, Hirschberg und Rohrberg geplant. Tangiert von dem Projekt der Städtischen Werke Kassel sind die Gemeinden Helsa, Großalmerode und Hessisch Lichtenau.

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