Jugendcamp in Baunatal: Bei Kennenlernspielen gab es keine Sprachbarrieren

Kuhstall bricht das Eis

Kennenlernen beim Spiel mit dem Fallschirm: Schon am Tag nach ihrer Ankunft hatten die Jugendlichen aus Baunatals Partnerstädten auf dem Freigelände neben dem Jugendzentrum viel Spaß miteinander. Foto: Dilling

Baunatal. Beim Frühstück saßen sie noch gemeinsam am Tisch im Jugendzentrum. Doch danach bleiben die verschiedenen Nationen Europas weitgehend unter sich: Die tschechischen Jugendlichen aus Vrchlabi spielen ein Quiz.

Einen Raum weiter dreschen die Spanier aus San Sebastian de los Reyes Karten. Die Mädchen aus Baunatals Partnerstadt Sangerhausen tippen in ihre Handys. Und die Franzosen aus Vire und ihre Altersgenossen aus Baunatal sind irgendwo draußen, während die Jugendbetreuer in einer Sitzung Formalitäten klären.

Doch dieses Bild ändert sich schnell, als Monika Lieber vom Jugendzentrum zum Kuhstall-Spiel ruft. Da wechseln sich die Teilnehmer am documenta-Jugendcamp in schneller Reihenfolge beim Bau des „Kuhstalls“ ab. Europa wächst lachend zusammen. Das Eis schmilzt. In spätestens drei Tagen werde so eine fröhliche Gemeinschaft entstehen, sagt Thomas Grasmeier vom Jugendbildungswerk, der die Fäden beim Camp in der Hand hält. Durch solche Spiele und durch gemischte Workshops kämen sich die Jugendlichen schnell näher, meint er. Vor fünf Jahren führte er schon einmal beim Jugendcamp Regie.

Diesmal sind jeweils zehn Jugendliche aus Vire, San Sebastian und Vrchlabi dabei. Baunatal und Sangerhausen sind mit jeweils acht Jugendlichen vertreten. Dazu kommt eine Reihe von Betreuern.

Die deutschen und französischen Jugendlichen hatten schon bei der Ankunft am Samstagabend keine Berührungsängste. Die Jungen aus Baunatal und Vire hätten sich spontan entschlossen, gemeinsam eines der großen weißen Zelte auf dem Sportgelände zu belegen, erzählt Dennis Vandrey. Der Baunataler ist selbst ein Beispiel für einen gelungenen Jugendaustausch auf europäischer Ebene: Vor drei Jahren hat der junge Mann in Baunatals französischer Partnerstadt Vire im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes ein Praktikum im dortigen Jugendzentrum gemacht.

Vor zwei Jahren erhielt er dann in Vire eine Festanstellung in der Jugendbetreuung. Nun hat er die französischen Jugendlichen nach Baunatal begleitet. Nächstes Jahr werde vermutlich eine Französin nach Baunatal kommen, um in der Jugendpflege mitzuarbeiten, berichtet Vandrey.

Von Peter Dilling

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