Sanierung oder Abriss und Neubau

Kulturhalle Großenritte: Entscheidung bis zum Herbst

Beliebter Treffpunkt: Wirtin Henny Eschbach (von links) mit Gerhard Fingerling, Hans Lange, Wirt Wilhelm Eschbach und Wilhelm Baumann an der Theke der Gaststätte in der Kulturhalle. Das Bild entstand in den ersten Jahren des Hauses.

Baunatal. An der Kulturhalle Großenritte hat der Zahn der Zeit genagt. Der beliebte Treffpunkt, 1956 gebaut, ist marode und kostenträchtig. Doch was tun? Grundlegend sanieren? Komplett abreißen und neu bauen? An diesen Fragen scheiden sich die Geister.

Zurzeit laufen letzte Untersuchungen, um den richtigen Weg zu finden, denn eines ist klar: Stückwerk bringt nichts. Im Herbst solle Klarhiet herrschen, sagt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub.

Es geht um eine Entscheidung, die nicht so einfach am grünen Tisch zu fällen ist. Denn an der Kulturhalle hängt das Herz vieler Baunataler und speziell der Großenritter. Das macht es nicht leichter, ein Konzept zu erarbeiten. „Jede Variante hat Fürsprecher“, sagt Schaub. Eine erste Gesprächsrunde mit den Vereinen, deren Heimat die Halle ist, gab es bereits. Eine zweite soll Ende Mai folgen.

Veranstaltungen vieler Art

Der Rathauschef beschreibt eine Gemengelage, „eine ziemlich komplexe Situation“. Die Kulturhalle, zu der auch die Gaststätte von Pächterin Uschi Albert gehört, ist Ort städtischer Veranstaltungen, privater Gesellschaften, Spielort von Karneval und Theater. Vereine tagen, feiern, trainieren und proben, tragen Wettkämpfe aus. Firmen mieten die Halle.

Andererseits weist die Elektrotechnik Mängel auf, der energetische Zustand lässt zu wünschen übrig, die sanitären Anlagen müssen dringend erneuert werden, speziell der Anbau hat Macken. Sicher ist: Die Stadt muss „eine erhebliche Millionenzahl“ investieren, will sie den Treffpunkt erhalten.

Schaub zählt Lösungsvarianten auf:
• Die eigentliche Halle erhalten und sanieren, Anbau abreißen und neu bauen.
• Alles abreißen und neu errichten.
• Beide Bereiche grundlegend sanieren.

Parallel zu den Bauarbeiten möchte die Stadt die Verkehrssituation rund um den Komplex, zu dem auch die benachbarte Langenberg-Sporthalle gehört, verbessern. Als weitere Fragen stehen zur Debatte: Soll es einen regenfreien Übergang zwischen beiden Hallen geben? Sollen gemeinsame Umkleiden kommen?

Ein spezielles Thema ist die Gastronomie der Kulturhalle: „Das ist ein Stoßgeschäft“, sagt der Bürgermeister. Gäste strömten nicht regelmäßig, sondern punktuell, davon berichtet auch Wirtin Albert immer wieder. Die 68-Jährige – Pächterin seit drei Jahrzehnten – hat zudem schon manchmal durchblicken lassen, dass sie nicht mehr allzu lange machen will. Wird es daher künftig eher Veranstaltungs- und Vereinsgastronomie in der Kulturhalle geben?

Kulturhalle Großenritte in alten Zeiten

„Alle Fragen liegen auf dem Tisch“, sagt Schaub – Antworten dringend gesucht. Klar ist nur soviel: Im Haushalt der Stadt Baunatal für 2013 steht eine Million Euro Planungskosten für die Halle.

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