Kulturhalle Großenritte: Tendenz geht zum Neubau

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So könnte die neue Halle aussehen: Auf der Studie sieht man, dass die Funktionsräume eingeschossig um die Halle herumgruppiert sind. Der Eingang befindet sich an der Stirnseite (rechts hinten).

Baunatal. Zu eng, zu muffig, zu düster und technisch veraltet: Seit geraumer Zeit wird über die Sanierung der Kulturhalle Großenritte diskutiert. Bei der Suche nach einer Lösung für die von vielen Vereinen genutzte Halle zeichnet sich nun der große Wurf ab:

Die Stadtverwaltung favorisiert den Abriss und einen größeren Ersatzbau des 53 Jahre alten Gebäudes direkt daneben auf dem jetzigen Parkplatz der Kulturhalle am Mühlengraben. Kostenpunkt nach vorläufiger, grober Schätzung: 10,5 Millionen Euro. 2016 könnte der Startschuss fallen.

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Die Stadtverwaltung hat bisher erst eine Studie für das Sanierungsprojekt anfertigen lassen. Diese sieht zwei weitere Varianten vor: Eine Grundsanierung der Kulturhalle im jetzigen Bestand. Die wird laut Bürgermeister Manfred Schaub auf 6,5 Millionen Euro veranschlagt. Möglich wäre auch der Zwillingsbau einer Halle am vorhandenen Standort, für den der Anbau der Kulturhalle abgerissen werden müsste.

Dafür werden die Kosten auf acht Millionen Euro geschätzt. Während einer Bürgerversammlung mit 150 Besuchern zeichnete sich jedoch kürzlich eine breite Mehrheit für den Ersatzbau ab. „Wir haben eine Tendenz, wo es hingehen soll“, sagte der Verwaltungschef.

Hier könnten 2016 die Bagger rollen: Der Parkplatz am Mühlengraben (im Vordergrund) würde auf das Gelände der alten Kulturhalle (im Hintergrund) verlegt.

Der Ersatzbau hat nach den Worten von Schaub gleich mehrere Vorteile: Die Vereine erhalten nicht nur mehr Platz in Form einer deutlich größeren Bühne, von zusätzlichen Lagerräumen und eines Stuhllagers, sondern er wird auch in Gänze von Rollstuhlfahrern genutzt werden können. Die alte Halle ist nur teilweise barrierefrei. Zudem komme diese - sogenannte Variante 3b - den Anwohnern der Halle entgegen, sagte der Bürgermeister.

 Die beschwerten sich häufig über das laute Türenschlagen der Autos auf dem Parkplatz bei Veranstaltungen in der Halle. Der Ersatzbau solle nun als „Lärmriegel“ für parkende Autos dienen. Für diese würden neue Stellplätze hinter der neuen Halle, auf dem Gelände des dann abgerissenen alten Baus, errichtet. Schließlich könnte die Sportler fast nahtlos von der alten in die neue Halle wechseln. „Wir wollen den Trainingsbetrieb möglichst lange aufrechterhalten“, erklärte Schaub.

Gaststätte betroffen

Auch die von Ursula Albert betriebene Gaststätte würde dem Abriss zum Opfer fallen. Es sei geplant, in der neuen Halle ebenfalls ein gastronomisches Angebot zu machen, sagte Schaub. Neben den Schauspielamateuren, Radsportlern und Karnevalisten des GSV Eintracht Baunatal profitieren auch die Fußballer der benachbarten Langenberg-Kampfbahn von dem Bauprojekt. Ihre jetzt noch im Keller des Anbaus der Kulturhalle befindlichen, nur über eine steile Rampe erreichbaren Umkleideräume werden auf dem Sportplatzgelände neu gebaut.

Auf einen Zeitplan will sich Schaub nicht festlegen. Man werde nächstes Jahr erst einmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, vielleicht werde auch ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Aus dem Umfeld der Kulturhalle war aber zu hören, dass man dort mit einem Baubeginn 2016 rechnet. Dieses Datum wollte Schaub weder bestätigen noch ausschließen.

Von Peter Dilling

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