Wanderweg Ars Natura: Widrige Bedingungen bei Tour von Lohfelden nach Eiterhagen

Kunst in sumpfigem Terrain

Kunst im Wald: Sandrino Sander erläutert Carola Lantermanns Kunstwerk „Sichten“. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden/Söhrewald. Kunstwandern kann eine schöne, aber auch anstrengende Veranstaltung sein. Das erlebten 22 Wanderer aus der Region, die jetzt mit dem nordhessischen Kultursommer auf dem Ars-Natura-Wanderweg von Lohfelden nach Eiterhagen unterwegs waren.

Nach einem zunächst noch sonnigen Einstieg in den „Schusterpfad“ auf Asphalt folgten zwölf Kilometer im Regen durch sumpfiges Gebiet auf einem manchmal nicht mehr passierbaren Urwaldpfad. Die Gruppe hielt trotz der extremen äußeren Bedingungen durch. Erläuterungen zur Kunst in der Natur gaben die Ars-Natura-Initiatoren Dr. Karin Adam und Sandrino Sander.

Die Ars-Natura-Stiftung hatte das Thema des alten Spangenberger Pfads, auf dem noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Leineweber und Schuhmacher ihre Ware nach Kassel trugen, aufgegriffen. Etwa mit „Goldwert“, einem Kunstwerk aus Eichenholz von Andreas Tollhopf. Die in die Stelen eingearbeiteten Hohlformen aus Blattgold erinnern an Werkzeug und Material der Schuhmacher. Lange verweilte die Gruppe an der Plastik „Sichten“. Das eigenwillige Werk aus Stahlplatten von Carola Lantermann geht auf alte Handwerkszünfte und wandernde Gesellen zurück.

Der neue Abschnitt des Ars Natura befasst sich nicht nur mit Kunst in der Natur, sondern vor allem in der Botanik. An 15 Stationen sind in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Melsungen seltene „Bäume der Zukunft“ gepflanzt worden, die in den Wäldern der Region wieder heimisch werden sollen. „Die Kombination von Kunst und Wandern in der Natur hat mich angezogen“, sagte Siegfried Bier (58) aus Niestetal während der Wanderung. Der 72-jährigen Teilnehmerin Duglore Krüger-Wirth aus Kassel-Oberzwehren gefiel das „besondere Thema der Wanderung und der Urwaldcharakter mancher Streckenabschnitte“.

„Ich freue mich, dass alle durchgehalten haben“, sagte Sandrino Sander am Ende der fünfstündigen Tour bei Dauerregen.

Er kündigte Gespräche mit der Gemeinde Söhrewald und dem Landesbetrieb Hessenforst wegen der „dringenden Überarbeitung“ der Kunstwanderstrecke an. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.