Trinkwasser der Gemeinde

Kunststoff hält Hochbehälter in Breitenbach dicht

+
Abstieg im Hochbehälter: Wassermeister Norbert Zimmermann zeigt die Kammer, die von der Firma Droß und Söhne aus Greifenstein derzeit mit den Kunststoffbahnen beschichtet wird.

Schauenburg. Auf den Bergkuppen oberhalb der fünf Schauenburger Ortsteile schlummert ein Stück Lebensqualität. In riesigen Hochbehältern wird das Trinkwasser der Gemeinde aufbewahrt - zum Kochen, Duschen, Baden und notfalls auch zum Löschen.

Der Hochbehälter auf dem Langenberg oberhalb von Breitenbach ist rissig. Eine der beiden 275 Kubikmeter fassenden Kammern wird deshalb derzeit komplett mit Kunststoff ausgekleidet. Die Gemeindewerke investieren 150.000 Euro.

Das Problem sei das Fugenmaterial zwischen den Fliesen, erläutert Kathleen Hach, technische Betriebsleiterin der Gemeindewerke.

Kathleen Hach zur Wasserversorgung in Schauenburg

Das Material löse sich im Lauf der Jahre auf und bröckele heraus. Damit das Wasser dann nicht weiter in den den darunter liegenden Beton eindringen kann, kommt nun eine Kunststoffschicht aus Polyethylen (PE) vor die Fliesen. „Die hält mindestens 40 Jahre dicht“, sagt Hach.

Zu Engpässen bei der Trinkwasserversorgung kann es in Breitenbach aufgrund der bis Mitte Mai dauernden Arbeiten nicht kommen. Da ist sich Wassermeister Norbert Zimmermann sicher. Selbst wenn die zweite verliebene Kammer im Hochbahälter leer wäre, könnte er von anderen Stationen Wasser in den Ort pumpen. „Alle Behälter sind miteinander verbunden.“

Die vernetzte Anlage entstand 1967 im Zuge des Baus der Autobahn 44. Rund 400.000 Kubikmeter Wasser verbrauchen die 11.000 Einwohner der fünf Orte im Jahr. Das sind umgerechnet etwa 180 Badewannen mit Wasser pro Kopf.

Wasserqualität gut

Die Gemeinde Schauenburg ist in ihrer Trinkwasserversorgung unabhängig. Befüllt werden die insgesamt sechs Hochbehälter mit Wasser nämlich aus vier Tiefbrunnen, die ebenfalls auf Gemeindegebiet angesiedelt sind. Der tiefste bei Hoof sticht 300 Meter in die Erde, der bei Elmshagen immerhin noch 60 Meter.

Mit der Wasserqualität sind die Verantwortlichen der Gemeindewerke zufrieden. Das Wasser sei so gut, sagt Kathleen Hach, dass es nicht einmal aufbereitet werden müsse. „Das Wasser entspricht immer den Verordnungen. Wir haben Spitzenwerte. Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Pumpen getauscht

Damit das frische Nass in den Haushalten wie gewohnt aus der Leitung kommt, wird im Hintergrund einiges getan. Die Pumpen beispielsweise, die das Wasser aus den Tiefbrunnen in die Hochbehälter befördern, werden immer wieder gewechselt. Darauf wirft Nordert Zimmermann seit 14 Jahren ein Auge. In regelmäßigen Abständen hole ein Spezialfirma die Geräte aus der Tiefe und tausche diese aus, sagt er. „Wir warten nicht erst, bis eine Pumpe kaputt ist.“

Von Sven Kühling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.