Silberschmiede feierte 80.: Besucher gestalteten Schmuck selbst

Mit handwerklichem Geschick: Die Kundin Regina Kiesler (46) aus Simmershausen fertigt in der Gold- und Silberschmiede einen Herz-Anhänger aus Kupfer nach Anleitung durch das Werkstattteam an. Fotos:  Wienecke

Fuldatal. „Es ist etwas Besonderes, hier zu leben und zu arbeiten“, sagt Stefanie Weymann über die Gold- und Silberschmiede in Simmershausen.

Sie übernahm den von ihrem Großvater Otto gegründeten Betrieb im Jahr 2000 von ihren Eltern Otto und Irene Weymann. Inzwischen besteht der Betrieb im Junghecksweg 5 seit 80 Jahren.

Beim Tag der offenen Tür zum Firmenjubiläum erinnerten Stefanie Weymann und ihre Eltern mit Fotos an die Firmengeschichte. Darüber hinaus hatten die Besucher die Gelegenheit, kleine Schmuckstücke selbst herzustellen. Niklas Schneider ist mit seiner Mutter Silvia bei seiner Großmutter Margrit Ernst zu Besuch. In der Werkstatt der Silberschmiede greift der Neunjährige zur Bügelsäge und arbeitet damit ein Herz aus einem Rechteck aus Kupfer heraus. Auch Ernst Volland (74) aus Ahnatal-Weimar greift zur Säge und kommt schnell voran.

Silberschmiede in Simmershausen feiert 80.

Regina Kiesler hat bereits einen Kurs zur Anfertigung von Schmuck bei der Volkshochschule besucht. Auch sie nutzt das Angebot der Silberschmiede für ein Kurzpraktikum. „Ich liebe es, Individuelles zu gestalten“, sagt die Niederlassungsleiterin des Kasseler Unternehmens TNT-Express, die gern näht und bereits Erfahrung mit Laubsägearbeiten hat. Dank ihrer Vorbildung hat die 46-Jährige keine Probleme mit dem Umgang mit der Bügelsäge.

„Damit kann man Kupfer, Silber und Gold sägen“, erläutert Stefanie Weymann. Ihr Sohn Otto ist mit Regina Kieslers siebenjährigen Sohn Luc befreundet. Beim Aussägen des Kupferherzens arbeitet Regina Kiesler am Werktisch über einer Art Schürze, die Lederfell heißt. So kann auch feiner Materialstaub aufgefangen, eingeschmolzen und wiederverwertet werden. „Daher darf man sein Pausenbrot bei uns nicht am Werktisch essen“, erläutert Stefanie Weymann.

Mit der Flachfeile glättet Regina Kiesler nun den Rand des Anhängers. Nach einer Markierung mit einem Werkzeug namens Körner kann sie gezielt mit dem Bohrer ein kleines Loch in das Herz bohren, um es später an einem Band oder einer Kette befestigen zu können. Anschließend mattiert sie die Oberfläche mit Schleifpapier mit feiner Körnung. Nun stempelt sich noch Lucs Namen auf das Herz. „Das Schwierigste ist, die Buchstaben zu finden“, sagt sie. Und fertig ist das kleine Kupferherz, das Regina Kiesler an ihren Sohn erinnert.

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