Museum in Lohfelden: Leiter Horst Fehr kritisiert mangelnde Unterstützung durch die Gemeinde

Kutschen schon bald im Abseits?

Blick in die Ausstellungshalle: In Lohfelden sind 35 historische Kutschen und Schlitten zu sehen, die liebevoll restauriert wurden. Foto: privat/nh

Lohfelden. „Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Horst Fehr. Der Initiator und Leiter des Hessischen Kutschen- und Wagenmuseums sorgt sich um die Zukunft seiner Ausstellung in Lohfelden.

Der leidenschaftliche Sammler und passionierte Gespann-Fahrer informierte die HNA jetzt darüber, dass die katholische Kirchengemeinde das ehemalige Gotteshaus am Friedrich-Ebert-Ring 14, in dem das Museum untergebracht ist, verkaufen und abreißen lassen will. „Ich bin an einem Gespräch mit einem Interessenten beteiligt worden, der dort Wohnungen bauen will“, sagte Horst Fehr.

Die katholische Kirchengemeinde will „mit der Gemeindeverwaltung als Mieter und mit dem Museumsleiter nach einer einvernehmlichen Auflösung des Mietvertrages suchen, wenn ein Käufer gefunden ist“, sagt Pater Kahmann. Solange kein annehmbares Angebot vorliege, gebe es aber keinen Handlungsbedarf.

Horst Fehr möchte mit seinem Museum auf jeden Fall in Lohfelden bleiben. „Es gehört hierher“, sagt der in Crumbach aufgewachsene und als selbstständiger Zahntechnikermeister erfolgreiche Dental-Unternehmer über den ehrenamtlichen Teil seines Lebenswerks.

„Ich wünsche ihm, dass er einen Käufer für seine Kutschen finden möge.“

Aus dem Rathaus spürt der Kutschensammler wenig Rückhalt. Bürgermeiser Michael Reuter (SPD) dankte Horst Fehr zwar jetzt „für sein jahrelanges, ehrenamtliches Engagement, ohne das es dieses interessante Museum in Lohfelden nicht gegeben hätte“. Man wünsche ihm, so der Verwaltungschef, „dass er einen Käufer seiner Kutschen finden möge, damit diese weiterhin in unserer Region ausgestellt werden können“.

Horst Fehr bedauert, dass ihm so letztlich keine Möglichkeit für den dauerhaften Verbleib des Kutschenmuseums in Lohfelden eingeräumt werde. Er hätte die Ausstellungsstücke gerne in die früheren Richterhallen verlagert, wo genügend Platz auch für Oldtimer, eine Schrauber-Werkstatt und eine Schmiede gewesen wäre und sich außerdem ausreichender Außenraum für Vorführungen angeboten hätte, sagt der Leiter des Kutschenmuseums.

Die Gemeinde hatte diese Möglichkeit bereits in einer 2009 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie untersuchen lassen. Das Ergebnis wurde nie veröffentlicht.

Ankauf nicht geprüft

Bürgermeister Reuter macht jetzt aber auf Nachfrage deutlich, dass sich die Gemeinde bei allen untersuchten Standort-Varianten – Museumsneubau am Löwenhof, Teilnutzung der Richterhallen oder Verbleib im Kirchengebäude – aus finanziellen Gründen nicht engagieren könne. Der Erwerb der Ausstellungsstücke sei ohnehin nicht in die Überlegungen einbezogen worden.

Die Gutachter hatten die Verlagerung des Museums in die Richterhallen damals als „optimal“ eingestuft und die Kosten mit 475 000 Euro beziffert. Inzwischen hat die Gemeinde die alten Industriehallen jedoch verkauft. Trotz der Empfehlung der Gutachter machte die Gemeinde dem neuen Eigentümer Kirchner-Solar-Group aber nicht zur Auflage, das Kutschenmuseum in ihr Nutzungskonzept einzubinden. Infos: Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum Lohfelden, Friedrich-Ebert-Ring 14, Tel. 0561/516894; geöffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Infos: www.kutschenmuseum.de

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