Kooperation mit dem ASB: Speziell ausgebildete Clowns suchen mit Demenzkranken nach Erinnerungen

Lachen und Musik als sanfte Therapie

Lachen als Brücke zur Erinnerung: Die therapeutischen Clowns Stephanie Braun und Axel Garbelmann sowie Alltagsbegleiterin Elena Kimmerle, Bewohnerin Frieda Klein, Helga Stock, Vorsitzende des Heimbeirats, Alexander Schmidt, Geschäftsführer der Bürgerstiftung,) freuen sich, dass das Projekt für Menschen mit Demenz fortgesetzt werden kann. Foto: Rogge-Richter

Lohfelden. Sie tragen keine bunten Perücken, sind nicht schrill geschminkt, werfen nicht mit Konfetti und feuern nicht eine Lachsalve nach der anderen ab. Und trotzdem sind Stephanie Braun und Axel Garbelmann aus Kassel therapeutische Clowns.

Im Pflegeheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Lohfelden bereiten die beiden Diplomsozialpädagogen pflegebedürftigen Menschen mit Demenz Freude. Zwar setzen auch Stephanie Braun und Axel Garbelmann sich rote Nasen auf und schlüpfen in die Rollen ihrer charmanten Kunstfiguren Lilly Peng beziehungsweise Herr Phüsch, wenn sie die Bewohner der ASB Wohnen und Pflege Lohfelden GmbH am Quellenweg besuchen. Ihre Aufgabe ist jedoch eine besondere: Mit sanftem Humor, viel Musik aus den 1920er- bis 1960er-Jahren und kleinen, persönlichen Aufmerksamkeiten wie Blumen nähert sich das Clownsduo Phüsch La Peng behutsam den etwa 60 Menschen mit Demenz im Alter von 70 bis 100 Jahren.

Alle drei Wochen kommt es in ihre zwei Wohnbereiche und sorgt mit seiner unbeschwerten Art dafür, dass bei den Senioren so manche verloren geglaubte Erinnerung wieder zum Vorschein kommt. „Ich habe gerade mit einer Bewohnerin ein komplettes Joseph-von-Eichendorff-Gedicht rezitiert. Das war ein sehr beeindruckendes Erlebnis“, sagt Axel Garbelmann. Normalerweise sind es kleinere Erfolge, über die sich Stephanie Braun und Axel Garbelmann mit den Mitarbeitern des Pflegeheims unter der Leitung von Ute Schwendt freuen.

Start vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren begann die ASB Wohnen und Pflege Lohfelden GmbH ihre Zusammenarbeit mit den therapeutischen Clowns. Das Pilotprojekt kam bei den Bewohnern, deren Angehörigen und den Mitarbeitern so gut an, dass es fortgesetzt werden sollte. Mithilfe einer Spende von 3000 Euro aus der Margarete-Lemke-Stiftung ist der Einsatz der Clowns vorerst gesichert. Alexander Schmidt, Geschäftsführer der Bürgerstiftung für die Stadt und den Landkreis Kassel, zu der die Margarete-Lemke-Stiftung gehört, überreichte die Summe Ute Schwendt und Vertreterinnen des Heimbeirats. (pri)

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