Ladengalerien in Baunataler Innenstadt bleiben in der Schwebe

Stadttor am Europaplatz: Es könnte zwischen der Raiffeisenbank (links angedeutet) und der angedachten Europa-Passage (rechts) entstehen. Im Hintergrund liegt das Baunataler Rathaus.

Baunatal. Ende April soll der Immobilieninvestor Procom (Hamburg) in Baunatal erläutern, was aus dem vor seit fast vier Jahren angekündigten Vorhaben wird, in der Innenstadt zwei Ladengalerien zu bauen.

Diesen weiteren Bericht hatte die Lenkungsgruppe der Stadt Baunatal im November mit Procom vereinbart. Interessant dürfte der Inhalt vor allem deshalb sein, weil mit der Eröffnung des Ratio-Landes in Hertingshausen eine neue Situation für den Einzelhandel eingetreten ist.

Im Frühsommer 2008 war für die City erstmals von zwei Ladengalerien die Rede – eine am Europaplatz, wo heute das Parkdeck der Stadthalle steht, und eine auf dem Parkplatz Marktstraße. Damals wurden 15 bis 16 Millionen Euro als Investitionssume genannt, ferner insgesamt 7200 Quadratmeter Verkaufsfläche und 520 Parkplätze. Das erste Gebäude sollte bis Ende 2010 stehen.

Einkaufsziel an der Marktstraße: Hier soll, so hat es Procom angekündigt, das Bauna-Center entstehen, zu dem auch Parkdecks in den beiden Obergeschossen gehören. Computerfotos: Büro nps tchoban voss

Die Stadt hat ausgeschlossen, dass Billiganbieter in die Ladenzentren kommen. Aus dem Lebensmittelbereich darf allein ein Biomarkt einziehen, kein konventioneller Anbieter, das hat sich die Firma Rheika-Delta (Herkules) vertraglich ausbedungen.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub sagt, dass der Investor im November 2011 der Lenkungsgruppe vorgestellt habe, mit welchen Handelsketten er wegen Baunatal verhandelt habe. Mit der Aussage, so Schaub, dass womöglich auch Firmen, die im Ratio-Land vertreten sind, wegen Synergieeffekten ein Interesse an Baunatals Innenstadt haben könnten. Die Lenkungsgruppe aus Politikern und Wirtschaftsleuten soll die Innenstadtentwicklung steuern.

Bastian Hämmerle, Procom--Immobilienentwickler, wollte auf HNA-Anfrage so kurzfristig nichts zum Stand der Dinge sagen. Hämmerle kündigte jedoch für die nächsten Tage Informationen an.

Rathaus-Chef Schaub betont, dass eine breite Mehrheit der Baunataler Stadtverordneten, nämlich SPD und CDU, Procom mit dem Zwei-Galerien-Modell wollte. Das höre sich in der politischen Diskussion heute manchmal anders an, so Schaub. Aber: „Das war und ist kein Alleingang des Bürgermeisters.“

Es bleibe auf jeden Fall bei der Vorgabe, dass die Ladengalerien eine qualitative Verbesserung des Angebots in der Innenstadt bringen müssten. Billigheimer seien weiterhin tabu. Schaub verweist andererseits erneut darauf, dass das Procom-Projekt die Stadt bisher kein Geld koste. Daher bestehe kein Druck, einen Schlussstrich unter die Idee zu ziehen.

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