ACE checkte Fahrzeuge in Lohfelden: 52 Prozent waren nicht verkehrssicher

Ladung wird zum Geschoss

ACE-Fachmann Klaus Treptow (rechts) bescheinigte Thorsten Mackenroth (von links) und Kai Becker, dass sie die Arbeitsplatte auf dem Transporter „vorbildlich“ festgezurrt und mit einer Warnflagge gesichert haben. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Rutschende Ladung im Auto verändert das Fahrverhalten, kann Unfälle auslösen. Das sollte man als Autofahrer bedenken. Trotzdem unterschätzen immer noch viele Kraftfahrzeuglenker die Gefahren von ungesicherter Ladung, wie sich bei einem Sicherheitscheck des Auto-Clubs Europa (ACE) auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Lohfelden herausstellte.

„52 Prozent der von uns überprüften 92 Fahrzeuge haben den Parkplatz nicht verkehrssicher verlassen“, sagte Klaus Treptow, ACE-Kreisvorsitzender Kassel/Schwalm-Eder, der HNA.

Nach Angaben von Treptow wollte sein Club in der bundesweiten Aktion nicht nur als freundlicher Berater fungieren, sondern konkret erkunden, wie es um die Ladungssicherheit in Autos bestellt ist. Das Ergebnis der vierstündigen Erhebung in Lohfelden fließt in eine Studie ein, die der ACE im Herbst vorstellen will. „Total überladen, die Ladung liegt voll auf der Achse“ – ACE-Fachmann Walter Schmerfeld zeigte auf einen hinten außerordentlich tief liegenden Pkw, der den Parkplatz des Baumarktes mit Fliesen verließ. Wichtig sei, das Gewicht der Ladung immer gleichmäßig zu verteilen und stets eine Antirutschmatte unter zu legen. Beim Bremsen oder in Kurven multipliziere sich das Gewicht jeder Ladung um ein Vielfaches, sagte Schmerfeld. Der ACE-Sichtcheck umfasste drei Bereiche: den Innenraum, die Dachlast und Anhänger.

Ganz wichtig sei, freistehende Ladung mit Zurrgurten zu festigen. Bei Pkw mit Anhänger dürfe die Anhängerlast nicht mehr betragen, als im Fahrzeugschein angegeben ist, sagte ACE-Experte Frieder Schütz.

Ein gutes Beispiel für richtiges Verstauen lieferte Berufskraftfahrer Kai Becker mit Thorsten Mackenroth aus Kassel, der eine 4,10 Meter lange Küchenarbeitsplatte auf einem Transporter vorbildlich festgemacht und mit einem roten Signaltuch gesichert hatte. Nicht so gut beurteilt

wurde ein Pkw-Lenker, der Dachlatten im Innenraum seines Autos so unglücklich verstaut hatte, dass die Handbremse nicht mehr betätigt werden konnte. Außerdem hätte die Ladung bei einer Vollbremsung nach vorn verrutschen können.

„Die Fliehkraft (Masse mal Beschleunigung, die Redaktion) kann dazu führen, dass eine fünf Kilogramm schwere Ladung bei einer Vollbremsung zu einem 250 Kilogramm schweren Geschoss wird“, sagte Klaus Treptow.

Sein Club wolle aufklären und nicht belehren, sagte der ACE-Kreisvorsitzende, der wegen einer Vielzahl folgenschwerer Beladungsunfälle dringenden Handlungsbedarf sieht. (ppw) Informationen: ACE Auto Club Europa, Tel. 0 18 02-33 66 77, Flatrate: 07 11-5 30 33 66 77, Internet: www.ace-online.de STICHWORT / HINTERGRUND

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.