Waldinteressenten forsten ehemalige Erdaushubdeponie am Burgberg wieder auf – Lange Verhandlungen nötig

Lärchen und Erlen erobern Kippe zurück

Wunde durch Deponie und Basaltabbau wird geschlossen: In einigen Jahren wird auf der Köhlerkippe (links im Hintergrund) wieder Wald stehen. Im Vordergrund ist der benachbarte, noch in Betrieb befindliche Deponiebereich zu sehen. Foto: Dilling

Baunatal. Im Burgberg klaffte viele Jahre ein hässliches Loch im Wald, das von Großenritte gut zu sehen war. Dort wurde erst Basalt abgebaut. Dann wurde das Gebiet als Erdaushubdeponie genutzt. Einen Teil der Fläche, die sogenannte Köhlerkippe, erobern jetzt Lärchen, Erlen und Pappeln zurück: Die Großenritter Waldinteressenten forsten dort eine Fläche von rund 6000 Quadratmetern wieder auf, nachdem die Stadt Baunatal diesen Deponiebereich der Geländestruktur angeglichen und das Grundwasser gegen ein Versickern von Deponiewasser abgesichert hat.

„Wir geben den alten Steinbruch der Natur zurück“, sagte Erste Stadträtin Silke Engler bei der förmlichen Rückgabe des Geländes an die Waldinteressenten. Das habe lange Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium erfordert, weil die Behörde einer Wiederaufforstung zunächst skeptisch gegenübergestanden habe. Die Waldinteressenten haben 1500 Lärchen, 1500 Erlen und 50 Pappeln gepflanzt. Die Erle sei ein „Pionier“, der für eine Bodenverbesserung sorge, erklärte Förster Arnd Kauffeld. Problemlos ist die Aufforstung dennoch nicht. Einer Mäuseplage ist schon eine Reihe von Pappeln zum Opfer gefallen. Die Waldinteressenten haben Ruheplätze für Greifvögel, natürliche Feinde der Mäuse, eingerichtet.

Die Erdaushubdeponie sei nur ganz geringfügig belastet, erklärte Engler. Es handelt sich um Salze und Gerbsäure. Seit Jahren nehme man keinen Bauschutt mehr an. Im Herbst wollen die Waldinteressenten unter ihrem neuen Vorsitzenden Stefan Walther eine weite Deponiefläche in der Größe zweier Fußballfelder wiederaufforsten. Dazu muss der Regierungspräsident aber noch grünes Licht geben.

Von Peter Dilling

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