Lärmschutzwände in Niestetal und Lohfelden: Hier kahl, dort schon grün

Noch Luft nach oben: Die Lärmschutzwand in Heiligenrode ist bislang nur äußerst spärlich begrünt, eine ganze Reihe Pflanzen haben den heißen Sommer nicht überlebt.

Niestetal/Lohfelden. Nein, von einer begrünten Lärmschutzwand kann an der Südanbindung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg in Heiligenrode noch nicht die Rede sein.

Die Rankpflanzen an der von Kritikern als überdimensioniert gescholtenen Konstruktion, darunter Efeu, haben bislang keine nennenswerte Größe erreicht.

Schlimmer noch: Eine ganze Reihe Pflanzen ist in der gnadenlosen Sommerhitze verdorrt und eingegangen. „Optisch ist das noch nicht schön“, sagte Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) auf HNA-Anfrage. Er kündigte aber an, dass bei der Begrünung nachgebessert wird. „Finanziell ist der Gemeinde durch die nicht angegangenen Pflanzen kein Schaden entstanden“, so der Rathauschef. Im Zuge der Gewährleistung sei die mit dem Auftrag betraute Firma verpflichtet, für Ersatz zu sorgen. Und wird alles grün sein? Eine Prognose wagt Siebert dazu nicht. Schließlich habe man es „mit der Natur zu tun“.

Schon ganz ansprechend sieht dagegen die von Kritikern als „Klagemauer“ bezeichnete Konstruktion in Lohfelden aus. Dort erobern sich die Pflanzen inzwischen ihren Platz.

450.000 Euro hat die 400 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwand in Lohfelden gekostet, die Anfang 2014 entlang der Eschweger Straße errichtet wurde. Die Meinungen über die vielfach kritisierte „Klagemauer“, die die Bewohner des neuen Passivhaus-Wohngebiets vor dem Verkehrslärm der Kreisstraße in Richtung Baugebiet Lindenberg und Kaufungen schützen soll, gehen bis heute weit auseinander.

Der überwiegend gut angegangene Bewuchs trägt dazu bei, dass die aus Kunststoffelementen bestehende Mauer nicht mehr so stark ins Auge fällt. Allerdings droht der Gemeinde neues Ungemach von der anderen Straßenseite: Anwohner kritisieren, dass für ihren Lärmschutz bisher nichts unternommen worden sei. Der Verkehrslärm habe sich verdoppelt, weil der Schall jetzt von der neuen Wand zurückkomme.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.