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VW spart Kosten: 930.000 Lampen werden nach und nach auf LED umgerüstet

Baunatal. Da, wo es um präzise Arbeit im My-Bereich geht, brauchen die Mitarbeiter gutes Licht. Schließlich müssen sie viele Teile auch mit dem bloßen Auge kontrollieren. 930.000 Lampen sorgen im VW-Werk Kassel in Baunatal für die nötige Lichtstärke.

Hinzu kommen 754 Laternen auf Straßen, Gehwegen und Parkplätzen. In einigen Bereichen stellt der Autobauer inzwischen auf moderne und energiesparende LED-Technik um. Dort spare man rund 30 Prozent der Kosten ein, heißt es.

Die meisten Lampen unter den Hallendecken und in den Hunderte Meter langen Gängen sind mit Leuchtstoffröhren bestückt. Je nach Bedarf gebe es unterschiedliche Helligkeitsstufen, erläutert Rupert Zeh, Chef der Werktechnik. Während auf Fahrstraßen eine Helligkeit von 150 Lux (lx) reiche, müsse die Hallengrundbeleuchtung schon 300 Lux haben. In den Büroräumen sei die Grundbeleuchtung auf 500 Lux ausgelegt, so Zeh.

Energiesparend: Ein Teil des sogenannten Scheegangs vor den Werkhallen ist bereits mit LED-Röhren ausgestattet. Fotos: Kühling

„Es ist also nicht alles gleich“, ergänzt Bruno Herwig von der Elektroplanung. „Im Mittelpunkt steht der Mensch. Schließlich muss ein Mitarbeiter auch noch samstagnachts seiner Aufgabe nachkommen können.“ In Messräumen, wo Teile auf Fehler untersucht werden, gebe es sogar Lampen, die eine Lichtstärke von 3000 Lux lieferten. Eine Lichtstärke, die die Kontrolleure beispielsweise auch im VW-Stammwerk Wolfsburg einsetzen, wenn die fertigen Autos durch den sogenannten Lichttunnel rollen und auf Kratzer untersucht werden. „Es geht um Oberflächen. Ich muss Kontrast haben“, sagt Rupert Zeh.

Zwei Mitarbeiter kümmern sich laut Unterabteilungsleiter Jürgen Scharm im Baunataler Werk ausschließlich um die Beleuchtung. „Doch allein schaffen die das gar nicht“, sagt er. Deshalb gebe es zahlreiche Dienstleister, die bei Bedarf Leuchten austauschen.

Fußweg: Hier testet die Abteilung von Jürgen Scharm verschiedene LED-Laternen. Damit lasse sich gegenüber der bisherigen Technik 30 Prozent Strom einsparen.

Immer mehr setzt Volkwagen auf energiesparende LED-Lampen. Da, wo sie eingesetzt werden, spare man etwa 30 Prozent der Energiekosten, sagen die Verantwortlichen. Doch eins zu eins werde die alte Technik nicht durch neue ersetzt, sagt Scharm. Schließlich müsse er die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Eine herkömmliche Leuchtstoffröhre koste 2,30 Euro, ein entsprechendes LED-Licht 30 Euro. Wenn aber ein ganzer Bereich neu geplant werde, werde flächendeckend LED eingebaut. Grundsätzlich beobachte man den Markt und technische Neuerungen sehr genau, ergänzt Planer Bruno Herwig.

Die Beleuchtung spielt für die 16.600 Mitarbeiter im Werk eine wichtige Rolle. In einigen Abteilungen hat man seit Kurzem die Lichtfarbe geändert - angeglichen an das Tageslicht. Hunderte Beschäftigte, beispielsweise aus der Produktion für das Getriebe MQ 350, hätten sich daraufhin begeistert geäußert, berichtet Meister Stefan Werlein.

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Im Werk ist noch nicht alles LED, was glänzt. Die kürzlich umgebaute Halle 6, in der die Elektromotoren und das Audi-Doppelkupplungsgetriebe DL 382 gefertigt werden, wurde noch mit Leuchtstoffröhren ausgestattet. Als der Umbau vor vier Jahren geplant wurde, sei die LED-Technik noch nicht so weit gewesen, sagen die Planer. Nach und nach tauscht der Autobauer aber großflächig aus. Laut Jürgen Scharm ist zwar der Aufwand für den Einbau von LED um 25 Prozent höher. „Nach drei Jahren bekomme ich das Geld durch Energieeinsparung und geringere Wechselintervalle wieder rein.“

Von Sven Kühling

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