Offizielle Stellungnahme des hessischen Umweltministeriums steht noch aus - Heute Thema im Kreistag

Land sieht Naturpark kritisch

Eindrucksvolle Naturschätze: Die Baumriesen im Reinhardswald. Der Vorschlag, sie in einem Naturpark einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, findet viele Anhänger. Archivfoto: Thon

Reinhardswald. Die Landesregierung steht der Ausweisung eines Naturparks Reinhardswald offenbar sehr skeptisch gegenüber. Das geht aus einem Zwischenbericht des Landkreises Kassel hervor, der morgen den Mitgliedern des Kreistages vorgelegt wird.

Darin heißt es, dass das Umweltministerium „fachlicherseits erhebliche Einwände“ gegen das Vorhaben hervorbringe. Im Gebiet des künftigen Naturparks gebe es nicht genügend Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Zudem wird kritisch angemerkt, dass bereits etwa 40 Prozent der Fläche Hessens sich in einem Naturpark befinden. Selbst wenn eine Region Potenzial vorzuweisen habe, werde es schwierig, noch weitere Naturparke auszuweisen. Wie Kreissprecher Harald Kühlborn sagte, handele es sich bei der Kritik um die inoffizielle Einschätzung der Fachebene, die eine grobe Tendenz aufzeige. Eine offizielle Stellungnahme, die der Kreis bereits im Mai erbeten hatte, liege noch nicht vor.

Kühlborn räumte mit Blick auf die Aussagen ein: „Es wird nicht einfach, einen Naturpark auszuweisen.“ Sollte das Land die Idee vom Tisch fegen, fehlten die Rahmenbedingungen und damit die finanzielle Förderung. „Und dann wären uns die Hände gebunden.“

Für den Naturpark Reinhardswald stehen drei unterschiedlich große Territorien zur Debatte, deren Kern der Gutsbezirk Reinhardswald ist. In seinem Zwischenbericht bevorzugt der Kreis eine Variante mittlerer Größe. Der noch im Juni erwogene organisatorische Zusammenschluss mit dem Naturpark Habichtswald wird im aktuellen Bericht verworfen. Grund: Gerade der Aufbau eines Naturparks binde viel Personal. Eine eigene Administration sei vonnöten.

Die Mitglieder des Kreistages, bei denen die Naturpark-Idee breite Zustimmung gefunden hatte, tagen heute um 13 Uhr in der Kulturhalle in Großenritte.  Hintergrund

Von Antje Thon

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