Polizei legt Kriminalstatistik 2010 für den östlichen Altkreis vor – Aufklärungquote bei 52,2 Prozent

Kriminalstatistik: Landgemeinden „sicheres Pflaster“

Beate Theis

Kreis Kassel. „Wir sind auf einem guten Weg“, die Aufklärungsquote liege im Landkreis Kassel mit 52,2 Prozent im Jahr 2010 (2009: 52,3 Prozent) auf einem hohem Niveau, sagte Beate Theis, Leiterin der Führungsgruppe der Polizeidirektion Kassel, bei der Vorlage der Kriminalitätsstatistik für den östlichen Altkreis Kassel. „Die Landgemeinden sind ein sicheres Pflaster. Und die Polizei tut alles dafür, dass das so bleibt.“

In den einzelnen Kommunen ist die Lage durchaus unterschiedlich.

• Fuldabrück: Die Zahl der Straftaten in der Gemeinde ist von 237 (2009) auf 262 (2010) gestiegen. Grund war zum einen eine Einbruchserie in Wohnhäuser im November mit zehn Fällen. Die Polizei war den drei Tätern knapp auf den Fersen, doch sie hätten über die Autobahn flüchten können, berichtet Revierleiter Wilhelm Küllmer. Immerhin habe die polizeiliche Präsenz bewirkt, dass die Serie damit beendet war.

Ein weiterer Schwerpunkt in Fuldabrück war die häusliche Gewalt (2010: 32 Fälle; 2009: 18 Fälle). Grundsätzlich sei die Anzeigebereitschaft bei diesen Delikten gestiegen, erläutert Theis. In Fuldabrück ereigneten sich die Fälle in wenigen Familien, meinte Gerhard Witwer als Leiter der Ermittlungsgruppe im Revier Ost.

• Helsa: „In Helsa ist die Welt noch in Ordnung“, meint Revierleiter Küllmer. Eine Steigerung gab es jedoch bei den Rohheitsdelikten (32 statt 22). Eine Familie mit ethnischem Hintergrund spielte hier eine Rolle, der Täter sei inzwischen verurteilt und in Haft, teilte Küllmer mit.

• Kaufungen: Gute Zahlen gibt es für Kaufungen, die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 15 (2009) auf zehn gesunken, auch die sogenannten Rohheitsdelikte sanken von 81 (2009) auf 58 Fälle. Allerdings verringerte sich die Aufklärungsquote von 58,3 auf 46,8 Prozent.

• Lohfelden: Auffällig in der Gemeinde ist der Rückgang bei den schweren Diebstählen von 151 auf 126. Dagegen stieg die Zahl der Rauschgiftdelikte von 12 (2009) auf 19 (2010) an.

• Nieste: „Wer sicher leben will, der sollte nach Nieste ziehen“, sagt die führende Polizistin Theis. Zwar stieg die Zahl der Straftaten von 26 auf 38, doch ist das Niveau immer noch sehr gering. Die Aufklärungsrate liegt bei einsamen 65,8 Prozent. Der Grund ist für Revierleiter Küllmer klar: „Auf dem Dorf kennt man seine Pappenheimer.“ Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: der Anstieg der Rohheitsdelikte von drei auf elf Fälle, auch die Königsalm spielte hier eine Rolle.

• Niestetal: In der Gemeinde macht sich die Nähe zur Stadt Kassel negativ bemerkbar. So gab es vermehrt Wohnungseinbrüche (22 statt zehn). Ein Hintergrund dafür ist auch die SMA-Expansion, die zum Bau von höherwertigen Häusern führte. Die wiederum ziehen Langfinger an.

Die Zahl der Diebstähle aus Autos verdoppelte sich fast von 21 auf 42. Allein im September gab es eine Serie von 20 Diebstählen aus Pkw in Niestetal. Sie richteten sich gezielt gegen VW-Touareg. Die Täter schraubten laut Revierleiter Küllmer den rechten Radkasten ab und setzten die Alarmanlage außer Kraft. Dann entwendeten sie die fest eingebauten Navis, die Richtung Osten verkauft wurden. Es handelte sich um organisierte Diebstähle auf Bestellung. Auch die Zahl der Pkw-Diebstähle in Niestetal stieg von einem auf acht stark an. Hier kommt den Tätern die Nähe zur Autobahn 7 zugute.

• Söhrewald: 100 Straftaten in einem ganzen Jahr, das sind aus polizeilicher Sicht sichere Verhältnisse. Doch ein Delikt fiel im Jahr 2010 in Söhrewald schwer ins Gewicht: Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg hier von einem auf 13 Fälle. Hintergrund ist ein Pädophiler, der nach Söhrewald gezogen war und dem laut Küllmer der Missbrauch von Kindern in mehreren Fällen zur Last gelegt wird. Das Strafverfahren gegen den Täter läuft.

Archivfotos: Meyer/nh; Stier/nh

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