Im Landkreis Kassel weniger Interesse an Jugendwehren

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Bergung eines Schwerverletzten: Diese Mitglieder der Jugendwehr übten bei Triptis (Thüringen).

Kreis Kassel. Das Interesse von Jungen und Mädchen an der Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr sinkt. Zumindest im Landkreis Kassel. Die Mitgliederzahl in den Wehren der Kommunen ist seit 2007 um 24,3 Prozent zurückgegangen.

Diese Zahl nannte die Kreisverwaltung auf Anfrage. Im Altkreis Kassel ist die Entwicklung nicht ganz so dramatisch.

Während 2011 noch 1108 Jungen und 475 Mädchen in den Jugendwehren des Landkreises organisiert waren, waren es 2012 nur noch 983 Jungen und 410 Mädchen. Das sind allein in diesem Zeitraum 190 Jugendliche weniger.

Größere Nachwuchsprobleme haben die Gemeinden auf dem flachen Land. Im Umkreis von Kassel ist die Entwicklung nicht so drastisch. In der Stadt Baunatal etwa ging die Zahl der Jugendlichen im vergangenen Jahr nur um 15 Mitglieder zurück. 2012 waren 80 Jungen und 23 Mädchen in den Wehren der sieben Stadtteile aktiv. 2011 waren es noch 94 Jungen und 24 Mädchen.

Stadtjugendfeuerwehrwart Klaus Ullrich sieht einen Grund für die Austritte im Schulangebot. Durch die Schulform G 8 im Gymnasium bleibe weniger Zeit für ein Engagement in einer Feuerwehr, sagt Ullrich. Das gleiche gelte für Ganztagsschulen. „Wir hatten viele, die wegen der Schule aufgehört haben.“ In der Gemeinde Helsa beispielsweise hat sich die Jugendwehr nach den Zahlen des Landkreises von 2011 auf 2012 sogar halbiert. 44 Jungen und 20 Mädchen waren es zuvor, jetzt sind es noch 22 Jungen und elf Mädchen. Von der Helsaer Wehr war am Donnerstag kein Verantwortlicher zu erreichen.

Interesse in anderen Kommunen gleichgeblieben

In der Gemeinde Schauenburg ist das Interesse wie in vielen anderen Kommunen - von Ahnatal bis Kaufungen - weitgehend gleich geblieben. Dort gibt es 51 Jungen und 25 Mädchen in fünf Ortsteilwehren. Zusätzlich haben die Schauenburger ein Angebot für die Jüngsten. In einer Bambini-Gruppe in Elgershausen sind laut Gemeindebrandinspektor Wilhelm Eisenbeiß 14 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren spielerisch bei der Sache. Ein Modell, mit dem man Nachwuchs in die Jugendwehr bekommen will.

Landkreissprecher Harald Kühlborn registriert grundsätzlich „einen deutlichen Rückgang“. Dieser sei auch größer als die Anzahl der Kinder, die der Landkreis im Vergleichszeitraum durch Abwanderung von Familien verloren habe. Man könne einen Rückgang der Mitgliederzahlen nicht auf fehlendes Engagement der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr zurückführen, da die Gründe, warum jemand in der Jugendfeuerwehr aktiv ist oder nicht, mannigfaltig seien.

Von Sven Kühling

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