Noch weiße Flecken in elf Kommunen

Landkreis Kassel will zwölf Mio. Euro in den weiteren Internetausbau investieren

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Hoffen auf Glasfaser: Vom geplanten Förderantrag des Landkreises Kassel werden Ortsteile profitieren, die bisher mit weniger als 30 MBit pro Sekunde auskommen mussten und aktuell nicht von der Breitband Nordhessen ausgebaut werden.

Kreis Kassel. Knapp 12 Mio. Euro soll es für den weiteren Breitbandausbau im Kreis Kassel geben, wenn der Kreistag am 14. September grünes Licht für einen Förderantrag beim Bund gibt.

Profitieren sollen davon 23 ländliche Ortsteile in elf Kommunen, in denen derzeit die Breitband Nordhessen aus regulierungsrechtlichen Gründen nicht ausbaut.

Dabei handelt es sich um Ortsteile in Ahnatal, Bad Emstal, Baunatal, Fuldabrück, Helsa, Naumburg, Niestetal, Schauenburg, Vellmar, Wolfhagen und Zierenberg. Wegen bestehender Abstimmungsprobleme will der Landkreis aktuell jedoch noch nicht sagen, um welche Ortsteile es sich genau handelt. Nur so viel: „Berücksichtigt werden die echten ,weißen Flecken’, also jene Bereiche, die noch immer mit weniger als 30 MBit pro Sekunde auskommen müssen und für die private Anbieter in den nächsten drei Jahren keine Ausbaupläne haben“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher beim Landkreis Kassel.

Harald Kühlborn

Das heißt aber auch: Bereiche, die – wie von der umstrittenen ACO – bereits mit hinlänglicher Technik (z.B. Internet via Funk) versorgt werden, bleiben weiterhin außen vor, so wie Söhrewald-Eiterhagen. Kühlborn: „ACO leistet immer noch mehr, als es die Förderkriterien des Bundes verlangen, sprich also mehr als 30 MBit pro Sekunde – unabhängig davon, ob die 30 MBit auch tatsächlich beim Kunden ankommen“. Der Landkreis rechne jedoch damit, dass es zeitnah eine weitere Bewerbungsrunde um Breitband-Förderung vom Bund gebe. „Dann könnten auch 50 MBit pro Sekunde als Standard gefordert sein“.

Etwa 50 Prozent der vorgesehenen 12 Mio. Euro werden vom Bund übernommen. Das Land will eine weitere Förderung prüfen, damit die beteiligten Kommunen nur noch maximal 20 Prozent der Kosten selbst tragen müssen.

Glasfaser für Schulen

Auch Schulen des Landkreises sollen von dem Breitbandausbau profitieren. Der Landkreis plant hier 415 200 Euro an Eigenmitteln zur Verfügung zu stellen. Das Besondere hierbei: Im Gegensatz zum geplanten Breitbandausbau in den 23 Ortsteilen, bei dem das Glasfaserkabel immer nur bis zu den jeweiligen Kabelverzweigern geführt werden soll (die „letzte Meile“ hin zum Haushalt bleibt ein Kupferkabel), soll für die Schulen eine Glasfaserverbindung bis hin zu den einzelnen Klassen- und Lehrerzimmern realisiert werden. „Das gilt für 56 Schulen“, sagt Kühlborn. 

Die restlichen 19 Schulen des Landkreises, die nicht im geplanten Ausbauprojekt einbezogen sind, hätten bereits jetzt oder binnen der drei kommenden Jahre eine Internetverbindung, die mehr als 30 MBit pro Sekunde zulasse. 

Hintergrund: Breitbandstudie schaffte Klarheit

Dem geplanten Förderantrag des Landkreises ist eine Studie zur Erfassung der Breitbandsituation in all jenen Gebieten des Landkreises vorausgegangen, die derzeit nicht von der Breitband Nordhessen ausgebaut werden. Dabei handelt es sich um Bereiche, die durchaus schon über ein gewisses, jedoch sehr niedriges Maß an Internetversorgung verfügen, weil hier schon Anbieter aktiv geworden sind (ACO, Telekom, Unity Media, O.R. Network, u.a.). 

Kommt es zum Ausbau durch den Landkreis, weil weniger als 30 MBit pro Sekunde geboten wurden, kommt die gleiche Glasfasertechnik zum Einsatz wie schon bei der Breitband Nordhessen. Das heißt: Glasfaserkabel werden bis zu den einzelnen Kabelverzweigern verlegt, das letzt Stück hin zum Haushalt bleibt aber ein Kupferkabel. 

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