Landratswahl 2015

Patrick Weilbach (27) aus Baunatal tritt für die CDU an

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Patrick Weilbach

Kreis Kassel. Dass Patrick Weilbach seinen 33 Jahre älteren SPD-Konkurrenten und Amtsinhaber Uwe Schmidt im Wahlkampf schonen wird, ist nicht zu erwarten.

Schmidt sei ihm „etwas zu abwartend“ und reagiere bei drängenden Themen oft zu spät, befindet Weilbach. Als Beispiel nennt der Baunataler im HNA-Gespräch die Haushaltsprobleme des Landkreises Kassel. Die Sanierung der maroden Finanzen hätte früher beginnen müssen, sagt er. Weilbach, der sportlich-elegant mit dunkelblauem Sakko, rot-blau gestreifter Krawatte und passendem Einstecktuch auftritt, gibt sich gleichermaßen kämpferisch und realistisch.

Ja, er gehe als Außenseiter ins Rennen, sagt der in Göttingen und im britischen Sunderland ausgebildete Ökonom mit Blick auf die SPD-Dominanz im Landkreis Kassel. Vielleicht erlaubt dem Baunataler Stadtverordneten gerade diese Ausgangslage, auch unpopuläre Themen anzusprechen. Bei ihm gebe es „keine Tabus“, stellt der selbstständige Unternehmensberater klar. Beim Thema Sparen steht auch die von der CDU stets geforderte Reduzierung des Personals in der Kreisverwaltung auf der Agenda des Landratskandidaten. Es gebe noch „Luft für einen sozialverträglichen Abbau“. Mit dem eingesparten Geld könne sich der Landkreis Luft verschaffen.

Update

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 17.10 Uhr

In Sachen Verkehr fordert Weilbach den Bau der umstrittenen Nordspange von der Autobahn 7 zum Flughafen Kassel-Calden und weiter in Richtung A 44. Eine derartige Verbindung sei „nicht populär, aber notwendig“.

Weilbach nimmt auch Gerhard M. Sontheimer, den umstrittenen Chef der vom Landkreis Kassel mitgetragenen Gesundheitsholding Nordhessen, in Schutz. Dessen unternehmerischer Erfolg dürfe nicht infrage gestellt werden. Wer Sontheimer absetzen wolle, dürfe sich über die wirtschaftlichen Konsequenzen nicht beschweren, sagt der Kandidat. Thema Energiewende: Der frühere Werkstudent bei dem Energieversorger Eon Mitte in Kassel ist in Sorge um die vom Landkreis mit aus der Taufe gehobene EAM. Weil das Netzgeschäft insgesamt rückläufig sei, müsse sich das Unternehmen breiter aufstellen und zusätzliche Geschäftsfelder erschließen. Einen Wahlkampfslogan hat Weilbach übrigens auch schon. Er lautet „Chancen geben, Chancen nutzen“. Landrat Schmidt erklärte am Freitag auf HNA-Anfrage, er freue sich auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit Weilbach. Als Gegenkandidat habe er Weilbach allerdings nicht auf der Rechnung gehabt, sagte er.

Von Peter Ketteritzsch

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