Kommentar zur Wahlbeteiligung bei der Landratswahl

Landrat Uwe Schmidt

Die Zahlen zur Landratswahl sprechen eine deutliche Sprache. Ein Kommentar zur Wahlbeteiligung von HNA-Redakteur Sven Kühling.

Weniger als ein Sechstel der Wahlberechtigten im Landkreis Kassel hat Wahlsieger Uwe Schmidt (SPD) den Auftrag für eine weitere sechsjährige Amtszeit an der Spitze des Landratsamtes erteilt. Die Zahl der Nicht-Wähler überlagert diese Legitimation bei Weitem. Rund 160 000 Wähler haben Schmidt ihre Stimme nicht gegeben, nur rund 30.000 haben ihn gewählt.

Die Versuche der Parteien, das Fernbleiben der Menschen von den Wahlurnen zu analysieren, fallen hilflos aus. Immerhin: Schmidt selbst will Konsequenzen ziehen und das bisherige Wahlprocedere auf den Prüfstand stellen, untermauert von einer wissenschaftlichen Analyse. Das ist zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Grundsätzlich muss sich Kommunalpolitik schnell wandeln. Vor allem jüngere Leute haben keinen Sinn mehr für die verwobene und komplizierte Welt kommunaler Gebietskörperschaften. Ihr Leben dreht sich heute weitgehend ums Internet, um Smartphones, Tablets, Whatsapp, Facebook und Co. Wenn es nicht gelingt, diese Generation mit ins Boot zu holen, dann schafft sich eine Institution wie der Landrat bald selbst ab. Und das wäre ein schlimmes Signal für unsere Demokratie.

Lesen Sie auch:

-Landratswahl: Die meisten wählten nicht

-Kommentar zum Wahlsieg von Landrat Schmidt

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.