Landwirt kritisiert Erdablagerungen beim Cross Dock von VW

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Mutterboden wird abgetragen: Damit die Fläche für das Logistikzentrum Cross Dock und die Erweiterung des OTC von VW eben wird, wird Erde auf die benachbarten Felder auf der anderen Seite der Straße gefahren.

Baunatal. „Da wächst in den nächsten zwei Jahren nichts mehr“, sagt Landwirt Arthur Kilian und zeigt auf die Lkw-Spuren auf seinem Acker. Grund seines Ärgers: die Bauarbeiten am neuen Logistikzentrums Cross Dock und der Erweiterung des Original-Teile-Centers (OTC) von VW.

7500 Quadratmeter eigene und 40.000 Quadratmeter angepachtete Fläche hat der Rengershäuser für das Ablagern von Boden für den Bau des Cross Dock und der OTC-Erweiterung zur Verfügung gestellt. Doch mit der Art und Weise des Umgangs durch die Bauarbeiter mit seinen Feldern ist der 65-jährige Vollerwerbslandwirt nicht zufrieden.

Zugesagt worden sei ihm, dass die Felder mit 20 Zentimeter Mutterboden aufgefüllt werden, sagt Kilian weiter. Doch inzwischen liegen zum Teil meterhohe Erdberge darauf. Wenn die Firmen nun mit schweren Maschinen auf die Flächen kämen, um die Erdmassen zu bewegen, gehe der Boden für die landwirtschaftliche Nutzung später kaputt. „Was die hier zerfahren, ist der Wahnsinn“, sagt Kilian. „Ich wollte demnächst Weizen darauf anbauen.“

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Insgesamt werden für den Bau des neuen Logistikzentrums und die Erweiterung des OTC 4 oberhalb von Rengershausen 100 000 Kubikmeter Erde bewegt. 90 000 Quadratmeter Fläche werden bebaut. Der Autokonzern investiert 60 Millionen Euro.

Bauunternehmer Dennis Schnittger, der die Flächen neben der Cross-Dock-Baustelle von VW derzeit mit Erde befüllt, versucht die Bedenken des Landwirts zu zerstreuen.

Es handele sich um guten Mutterboden, den man von der Baustelle auf die benachbarten Felder bringe, sagt Schnittger. Die Qualität der Felder werde durch den höherwertigen Boden von der anderen Seite der Straße sogar noch verbessert.

VW-Sprecher Rudi Stassek verweist darauf, dass es sich hier um eine Absprache zwischen dem Landwirt und dem Bauunternehmer handele. „Wir sind da nicht im Spiel“, sagt er. Es sei absolut üblich, dass sich Fuhrunternehmer mit den benachbarten Landwirten einigten.

Von Sven Kühling

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