"Lecker-Hessen-Torte"

Claudia Jütte aus Simmershausen wurde Dritte bei Hessischer Tortenmeisterschaft

+
Erfolgreich: Claudia Jütte vom Weidberghof in Simmershausen stellte gestern ihre vierte Lecker-Hessen-Torte her. Mit ihrer Kreation gewann sie den dritten Platz bei der Hessischen Tortenmeisterschaft in Gießen, auf dem Tablett die Dekoration aus essbaren Blüten von Hornveilchen. Foto: Schräer

Fuldatal. Damit hatte Claudia Jütte vom Weidberghof in Simmershausen nicht im Traum gerechnet. Mit ihrer Lecker-Hessen-Torte belegte sie vor wenigen Tagen bei der Hessischen Tortenmeisterschaft den dritten Platz unter den Profis.

Dies verwunderte die 46-Jährige, die mit ihrem Mann neben der Landwirtschaft eine Käserei und einen kleinen Hofladen betreibt. „Ich zähle mit eher zu den Amateuren."

Schon die Einladung zum Wettbewerb, der auf der Landesgartenschau in Gießen stattfand, hatte Claudia Jütte gewundert. Vielleicht war den Organisatoren ihr Sieg beim Wettbewerb Lecker Hessen vor drei Jahren noch präsent, als sie sich gegen andere Landfrauen durchsetzte, was das hr-Fernsehen in mehreren Folgen zeigte.

Damals hatte Claudia Jütte einen Nachtisch aus Buttermilchmousse und Holunder kreiert, der sehr gut ankam. „Ich hab mir immer gedacht, das muss man eigentlich auf eine Torte kriegen.“ Dies auszuprobieren sei aber all die Jahre keine Zeit gewesen.

So sieht sie aus: Die Lecker-Hessen-Torte von Claudia Jütte. Foto: Verlag Hadis Berlin / nh

Jetzt also die Umsetzung zum Wettbewerb, die sich allerdings schwierig gestaltete. Den Vorbereitungstermin hatte die 46-Jährige abgesagt, ihr Mann hatte sich bei einem Unfall im Stall eine Rippe angebrochen - „es gab Wichtigeres als Tortenbacken“. Dann kündigte sich Anfang Mai für den Folgetag ein Fotograf des Ausrichters an. Ein Torten-Prototyp musste her und „alles sehr schnell gehen“, sagt Jütte.

Am nächsten Tag sah die Kreation von außen sehr gut aus, beim Anschneiden für den Fotografen dann die Katastrophe. „Das Innere war schweinchenrosa, durchgeweicht und matschig.“ Auch für den zweiten Versuch fehlte es an Zeit, die Verkostung von Familie und Bekannten habe aber wichtige Hinweise erbracht: „mehr Zucker, Äpfel feiner schneiden, weniger Zitrone“.

Am Tag vor dem Wettbewerb galt es, Nummer drei musste gelingen. Gegen 17 Uhr startete Claudia Jütte. Sie arbeitete mit Unterbrechungen zum Auskühlen des Biskuits, der Füllung und des Holundergusses sowie zwei Stunden Schlaf bis zum frühen Morgen.

Mit zwei Begleiterinnen schaffte sie es rechtzeitig zur Abgabe in Gießen um 10 Uhr. Spannung bis zur Siegerehrung am Nachmittag, als es hieß: „Den dritten Platz der Profis belegt ein Café, das es noch gar nicht gibt.“ Jüttes planen einen Anbau für ein Hofcafé, der Bauantrag ist gestellt.

Wie alle anderen 48 Torten aus Hessen und Rheinland-Pfalz wurde auch ihre auf der Gartenschau an Besucher verkauft. Claudia Jütte erstand das letzte Stück, teilte es mit ihren Freundinnen. Und ihr Urteil: „Einfach lecker.“

Von Michael Schräer 

Hintergrund: Nur regionale Zutaten verbacken

Die Hessische Tortenmeisterschaft wurde jetzt zum zweitem Mal ausgetragen. In der Kategorie Profis trat Claudia Jütte, die in ihrem neun Quadratmeter großen Hofladen plus Terrasse Käseverkostungen oder Brotzeiten auf Vorbestellung anbietet, gegen 14 Konditoren, Bäcker und Cafés an. Diese hatten in der Regel mehrere Torten für die Meisterschaft eingereicht.

Es gewann ein Café aus Bad Soden / Taunus, das laut Claudia Jütte vier Filialen hat. Den zweiten Platz belegte ein Café und Restaurant aus Gießen mit 140 Sitzplätzen. Ihr Erfolg lag laut Jütte neben dem Geschmack auch an den ausschließlich regionalen Zutaten. (mic)

Kontakt: Weidberghof, Tel. 0561/81 71 10.

Hier ist das Rezept

Tipp des Hofes: Am Vortag die Sahne aromatisieren. Dazu 12 Holunderdolden gut ausschütteln u. über Nacht in die gesamte Sahne legen. Vor dem Schlagen der Sahne die Dolden wieder herausnehmen u. die Sahne durch ein Sieb schütten (geht natürlich nur während der Holunderblütenzeit).

Biskuit:

5 Eier

4 EL lauwarmes Wasser

150g Zucker

1 P. Vanillezucker

100 g Mehl 100 g Stärke 1 TL. Backpulver

Die Eier trennen. Eigelb mit Wasser, Zucker u. Vanillezucker schaumig schlagen.

Eiweiß steif schlagen. Das geschlagene Eiweiß auf die Eigelbmasse geben. Die restl. Zutaten darüber sieben u. vorsichtig unterheben. In eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben (26 cm) u. bei ca. 175-195 Grad (Umluft) ca. 40-45 Minuten (je nach Ofen) backen.

Gut Abkühlen lassen (am besten über Nacht stehen lassen, dann lässt er sich am besten teilen). In 3 Teile teilen, der obere Boden darf gern etwas dünner sein.

Füllung 1:

800 g Äpfel

1 Zitrone

400 ml Apfel-Fliedersaft

1 Msp Muskatblüte

2 Gewürznelken 1 Sternanis

Saft von 1 Zitrone

5 EL Zucker

1,5 P. Puddingpulver

4 Blatt Gelatine

Die Äpfel schälen u. grob reiben. Den Zitronensaft darübergeben. Den Apfel-Fliedersaft mit den Aromaten kurz aufkochen u. ca. 10 Minuten durchziehen lassen. Den Sternanis u. die Nelken wieder herausnehmen u. abkühlen lassen.

Den aromatisierten Apfel-Fliedersaft mit dem Zucker u. Puddingpulver verrühren u. aufkochen. Die Äpfel dazugeben. Alles einmal aufwallen lassen u. etwas abkühlen lassen.

Die Gelatine in Wasser ca. 5 Minuten quellen lassen, auswringen u. unter die heiße Masse rühren. Die Masse etwas abkühlen lassen, dann auf den 1. Tortenboden, der mit einem Tortenring versehen wird, geben. Abkühlen lassen. Den 2. Boden darauflegen.

Füllung 2:

400 ml Buttermilch

400 ml Schlagsahne

200 ml Holunderblütensirup

3 EL Puderzucker

8 Blatt Gelatine

3 EL Zitronensaft

Buttermilch, Puderzucker u. Holunderblütensirup vermischen. Die Sahne steif schlagen.

Die Gelatine ca. 5 Minuten quellen lassen, leicht auswringen, in dem Zitronensaft erwärmen u. auflösen.

Zunächst einen kleinen Teil des Buttermilch-Gemisches dazugeben, dann die restlichen

Buttermilchmischung dazutun (Temperaturausgleich). Wenn die Mischung beginnt zu gelieren, die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Sobald die Massen beginnt „Straßen zu ziehen" auf den Boden geben u. fest werden lassen. Den 3. (dünneren) Boden darauf legen.

Guss:

375 ml Apfel-Fliedersaft

2 EL Zucker

1,5 P. Tortenguss

Aus den Zutaten einen Tortenguss herstellen, etwas abkühlen lassen u. auf dem Boden verteilen.

Dekoration:

250 ml Schlagsahne

2 EL Zucker

1P. Sahnesteif

Hornveilchen (je nach Jahreszeit auch schokolierte Physalis)

150 g Kuvertüre

(Selbst gebackene Schmetterlingshippen)

Die Kuvertüre schmelzen, in einen Spritzbeutel geben u. auf einem Backpapier ca. 9 cm hohe

Schokogitter „ zeichnen". Abkühlen u. fest werden lassen.

Dann ca. 3 - 4 cm breite Streifen (je nach Größe der Tortenstücke) abschneiden.

Die Sahne mit dem Zucker u. Sahnesteif steif schlagen.

Die Torte ringsherum mit Sahne bestreichen u. einem Tortenkamm verzieren.

Jedes Tortenstück an der Rückseite mit einem Schokogitter verzieren.

Auf jedes Tortenstück eine Rosette spritzen u. mit einem Hornveilchen (oder einer schokolierten Physalis) verzieren.

Tipp: Aus einem Hippenteig Schmetterlinge backen u. mit Schokolade

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.