Langes Warten auf Rechnung: Eon-Mitte-Kunde bemühte sich sieben Monaten

Espenau. Kopfschüttelnd sitzt Peter Meyer über vielen Papieren in seinem Wintergarten. Er sortiert die Anschreiben, die er seit Anfang Januar an Eon Mitte geschickt hat. „Ich möchte einfach nur meine Endabrechnung haben“, sagt er.

Fristgerecht hatte er vergangenes Jahr gekündigt, um zu einem neuen Strom- und Gasanbieter zu wechseln. Jetzt fehlt ihm für die Monate Oktober und November die Abschlussrechnung. Doch das schien seitens Eon nicht möglich zu sein.

Am 30. November, dem letzten Tag als Eon-Kunde, hatte der Rentner dem Unternehmen seinen Zählerstand übermittelt. Als er bis Anfang Januar noch keine Rückmeldung bekommen hatte, fragte er per E-Mail nach, wann seine Rechnung endlich komme. „Daraufhin bekam ich die Antwort, dass die Bearbeitung noch etwas Zeit in Anspruch nehme“, berichtet Meyer. Verwundert habe ihn das schon etwas.

Anfang Februar schrieb er erneut das Unternehmen an, wie lange Eon denn brauche, um eine Rechnung zu erstellen? Wenn er bis zum 10. Februar keine bekomme, werde die Angelegenheit Sache seines Anwalts. „Dass es nicht möglich ist, eine einfache Rechnung zu erstellen, ist für mich unvorstellbar“, sagt der Hausbesitzer.

Doch das Spiel ging noch weiter. Eon teilte dem Espenauer mit, dass die Endabrechnung aufgrund interner Probleme immer noch nicht erstellt werden konnte, es werde aber an einer schnellstmöglichen Lösung gearbeitet.

Peter Meyer wartete ab, war auch einige Wochen mit seiner Frau verreist. „Als wir Mitte Mai zurückkamen, hatte ich immer noch nichts gehört.“ Seine Geduld war langsam am Ende. Erneut drohte er dem Unternehmen, einen Anwalt und die Presse einzuschalten, wenn er seine Rechnung nicht bekomme.

Ende Mai meldete sich das Unternehmen dann bei ihm. „Sie haben sich für die lange Bearbeitungszeit entschuldigt, aber noch einen draufgesetzt“, sagt Meyer.

Im Schreiben heißt es: „Leider ist es uns derzeit nicht möglich, Ihre Schlussrechnung zu erstellen. [...] Wir haben unser Abrechnungssystem auf die Anforderungen der Zukunft umgestellt. [...] Durch die Umstellung kommt es leider zu Verzögerungen in der Bearbeitung Ihres Anliegens.“

Auf diese Nachricht hat sich Meyer nicht mehr beim Unternehmen gemeldet. „Ich bin zwar Rentner, aber ich widme doch meine ganze freie Zeit nicht dem Unternehmen“, sagt er. Jetzt wolle er abwarten, Eon hatte um Geduld gebeten.

Aufgrund der Nachfrage unserer Zeitung bei Eon, wurde die Rechnung für Peter Meyer jetzt, nach fast sieben Monaten, fertiggestellt, „Er erhält außerdem ein Entschuldigungsschreiben und eine kleine Aufmerksamkeit“, sagt Pressesprecher René Schneider. Im Falle von Herrn Meyer sei es dem Servicecenter leider nicht gelungen, den Qualitätsanspruch in Sachen Kundenorientierung einzulösen. „Es ist einfach nicht gut gelaufen“, entschuldigt sich Schneider.

Peter Meyer sieht das ganze Prozedere dennoch skeptisch. „Es ist einfach nicht kundenfreundlich.“ Er habe mit Eon trotz allem nicht abgeschlossen. Sein neuer Gasanbieter Teldafax hat Konkurs angemeldet und so zieht der Rentner in Erwägung, trotz aller Vorkommnisse wieder Kunde von Eon zu werden.

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