Kaufunger Freiwillige haben Transport ins Baltikum auf den Weg gebracht - 40 Kubikmeter Güter

Ein Laster voll Hilfe für Lettland

Die Arbeit ist getan: Freiwillige der katholischen Kirchengemeinde Sankt Heinrich in Kaufungen beluden den Lastwagen mit Hilfsgütern. Dazu gehören viele nützliche Dinge wie der Kinderautositz, den Ilse Schilling (Mitte) in der Hand hält. Foto: Dilling

Kaufungen. Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Öffnung nach Europa hat Lettland, dem früher unter sowjetischer Herrschaft stehenden Baltikum-Staat, nicht den erhofften Wohlstand gebracht. So sieht es jedenfalls Ilse Schilling von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Heinrich in Oberkaufungen. „Es gibt viele Straßenkinder und viel Armut“, sagt sie.

Mit einer Schar von Freiwilligen hat sie jetzt einen weiteren Hilfstransport mit Unterstützung einer lettischen Spedition ins 1600 Kilometer entfernte Riga, der Hauptstadt Lettlands, auf den Weg gebracht.

Ein Jahr lang gesammelt

Ein Jahr haben Mitglieder der Kirchengemeinde Nützliches gesammelt, von Betten, über Rollatoren, Kleidung und Schuhen bis hin zu Spielzeug. Auch Matratzen sind unter den 40 Kubikmetern Hilfsgüter, die die Helfer nahe der katholischen Kirche in Oberkaufungen in dreistündiger Arbeit auf einen Lastzug verladen haben.

In manchen Kinderheimen müssten die Kinder auf Tüchern auf den blanken Bettgestellen schlafen, sagt Vinzenz Gommermann, einer der freiwilligen Helfer.

Viele Kaufunger Bürger hätten Hilfsbereitschaft gezeigt und gute gebrauchte Sachen gespendet, berichtet Schilling, die die Hilfe für Lettland vor vielen Jahren initiiert hat und gemeinsam mit Dagmar Zimbardo organisiert.

Auch Geldspenden waren wieder gefragt. Denn der Lkw-Transport nach Lettland kostet 1200 Euro. Das Geld kam bei Familienfeiern und Jubiläen nach und nach zusammen. Die Sachspenden gehen in lettische Kirchengemeinden, in kirchliche Einrichtungen und an den Konvent der Dominikanerinnen in Riga. Die Kaufunger Hilfe sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, man wolle damit vor allem ein Zeichen setzen, damit sich die Letten nicht alleingelassen fühlen.

Daneben seien in den vergangenen Jahren vielfältige Kontakte zwischen Letten und Kaufungern zustande gekommen. 2013 würde Schilling gern einen Kinder- oder Jugendchor aus Lettland einladen, um den Kaufungern die lettische Kultur näherzubringen.

Doch auch dafür werden wieder viele Spenden und Sponsoren nötig sein. (pdi)

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