Der Baunataler Chor Echo singt russische, ukrainische und wolgadeutsche Weisen

Lauter Lieder für die Seele

Stimmgewaltig: Die Mitglieder des Chors Echo mit ihrem Chorleiter Friedrich Stuhlberg samt Akkordeon in der Mitte. Foto:  Schockenhoff

Baunatal. Russisch, Ukrainisch, Wolgadeutsch, Latein oder Italienisch - das Repertoire der Sprachen ist groß. Und auch zwischen den Musikgenres können die Mitglieder des Chors Echo aus Baunatal beliebig hin- und herwechseln. Schnelle oder langsame Stücke, Lieder zum Tanzen oder „für die Seele“, wie Chorleiter Friedrich Stuhlberg sagt: Wünsche bleiben selten offen.

„Wir sind ein bisschen was Besonderes, und das wollen wir auch erhalten“, sagt Sängerin Lilia Gessner. Die Chormitglieder sind Spätaussiedler aus Russland und haben sich bei einem Treffen ihrer Kirchengemeinde kennengelernt. Deshalb studieren die 25 Männer und Frauen relativ wenige Stücke auf Deutsch ein. „Deutsche Chöre gibt es genug, und die können traditionelle deutsche Volkslieder besser singen als wir“, argumentiert Lilia Gessner. So konzentrieren sie sich auf russische Folklore und verschiedene andere Sachen, die beim Singen Spaß bereiten.

Traditionelle Tanztracht

Alle Sänger haben in Russland gelebt, sie haben allerdings unterschiedliche Wurzeln. Ekaterina Schönhals etwa stammt ursprünglich aus Sibirien, ihre Tochter lebt heute in der Ukraine. Deshalb trage sie bei Auftritten auch oft eine traditionelle ukrainische Tanztracht.

Chorleiter Friedrich Stuhlberg hat früher am Schwarzen Meer gelebt und in einem Kosakenchor musiziert. Er hat den Chor Echo vor sechs Jahren geformt, zuvor hatten die Mitglieder nur gelegentlich bei Treffen ihrer Kirchengemeinde gemeinsam gesungen. Der gute Ruf des diplomierten Dirigenten und Musiklehrers hat mittlerweile weitere Sänger angezogen. Er begleitet die Sänger auf dem Akkordeon.

Er sei ein strenger Chorleiter, aber sie seien trotzdem sehr zufrieden mit ihm, scherzt die Truppe. Wenn ihm das Tempo nicht gefällt, dann bricht Friedrich Stuhlberg auch schon mal mitten im Lied ab, um es noch einmal zu versuchen. Eine musikalische Ausbildung hat fast niemand außer dem Chorleiter. Der verweist aber stolz darauf, dass einige seiner Sänger das absolute Gehör hätten.

Die Liebe zur Musik und die gute Stimmung in der Gruppe spürt man bei jedem Lied, das der Chor anstimmt. Bei einem ukrainischen Volkslied, dessen Text gar nicht so traurig ist, wie er klingt, singt zunächst nur eine Frau, im Refrain fällt dann der Chor ein. Der ganze Übungsraum scheint nur noch aus dem Lied zu bestehen. Auf ein Zeichen von Stuhlberg werden die Sänger leiser und leiser, bis das Lied ausgeklungen ist.

Zu hören ist Echo bei Festen von Vereinen und Kirchengemeinden in der Umgebung, aber auch deutschlandweit. Bei einem Folklorefestival in Bad Hersfeld erhielten sie viel Applaus, der nächste Auftritt ist im März im Landtag in Wiesbaden. Weitere Mitstreiter sind willkommen.

Übungsabende: dienstags, 18.15 Uhr, Leiseltreff in Altenbauna, Dürerstraße 12.

Von Friederike Schockenhoff

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