Ehemalige Schüler aus Obervellmar feierten goldene Konfirmation in der Kirche

Mit 14 ins Leben gestoßen

Wiedersehen nach 50 Jahren: Gemeinsam mit Pfarrer Alfred Hocke (Bild oben, rechts) feierten sechzehn ehemalige Schülerinnen und Schüler in der Obervellmarer Kirche die Goldene Konfirmation. Foto: Brandau

Vellmar. Es war vor 50 Jahren, als die Welt den Atem anhielt. Die Menschheit stand kurz vor einem neuen Weltkrieg. In Berlin war einige Monate zuvor die Mauer errichtet worden und die Sowjetunion stationierte Raketen auf Kuba. In Hamburg war die Sturmflut, die 300 Menschen das Leben kostete.

In dieser Zeit, am 25. März 1962, wurden in der Obervellmarer Kirche 17 Jungen und 16 Mädchen konfirmiert. Sechzehn von ihnen trafen sich jetzt, um gemeinsam die goldene Konfirmation zu feiern.

Pfarrer Alfred Hocke ging in seiner Predigt auf die Zeit ein, in der der damalige Gemeindepfarrer Bodo Kienzler die jungen Menschen auf die Konfirmation vorbereitete. Es sei eine Zeit gewesen, in der es nur ein Fernsehprogramm gab und das auch noch ohne Farbe. „Dabei gibt es klare Parallelen zu den Jugendlichen heute“, sagte Hocke.

Auch sie hätten sich damals nicht für die Weltpolitik interessiert. Ihr Leben sei von anderen Dingen bestimmt gewesen, der ersten Liebe und Enttäuschungen. „Es war wohl eher eine Zeit, in der vieles noch unbeschwert war: Lachen, sich öffnen, tanzen und frei sein“, erklärte Hocke.

Im Gegensatz zu den heutigen Konfirmanden sei man vor 50 Jahren regelrecht ins Leben gestoßen worden. Für viele begann sofort nach der Konfirmation der Ernst des Lebens in Form einer Lehre oder Ausbildung.

Ein Schritt in ein ungewisses Leben, das nicht jedem 14-Jährigen leicht gefallen ist. Vor 50 Jahren versuchte Pfarrer Bodo Kienzler seinen Konfirmanden auf dem Weg ins Leben Mut zuzusprechen. „Ich bin sicher, dass sie Gott über die fünf Jahrzehnte in Freud und Leid beschützt und getragen hat“, rief Alfred Hocke den Konfirmanden während des Gottesdienstes zu, der vom Chor Notabene und dem Organisten Martin Persch musikalisch umrahmt wurde.

Beim anschließenden Beisammensein wurden dann noch einmal Erinnerungen an die gemeinsame Konfirmationszeit ausgetauscht.

Von Werner Brandau

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