Oscar-Glamour in der Stadthalle: 400 Gäste bei charmanter Komödie mit Brigitte Grothum und Folker Bohnet

Ein Leben für den Goldjungen

Fetziges Theater mit bissigen Dialogen: Folker Bohnet und Brigitte Grothum spielten in „Ein Goldjunge für Emily“ die Hauptrollen Henry und Emily. In dem Stück träumt jeder der beiden davon, endlich mit einem Oscar ausgezeichnet zu werden. Fotos: Hartung

baunatal. Es gibt wohl keinen Schauspieler, der nicht davon träumt, mit einem Oscar ausgezeichnet zu werden. So auch Emily und Henry, ein alterndes Schauspielerehepaar. Wie jedes Jahr fiebern sie der goldenen Nacht des Filmgeschäfts entgegen, beide in der Hoffnung, endlich den Goldjungen für ihr Lebenswerk zu bekommen. Spritzig, charmant, warmherzig und voller Ausstrahlung verkörpern Brigitte Grothum und Folker Bohnet das Paar Emily und Henry in dem Stück „Ein Goldjunge für Emily“, das am Dienstagabend in Baunatal lief.

Höhepunkte im Winter

Zum Auftritt des Ensembles, zu dem auch Markus Lorenz als Jeff gehört, waren 400 Gäste in die Stadthalle gekommen, um das heitere Stück, das vor bissigen Dialogen nur so strotzt, zu sehen. Auch die Söhrewalder Anni Blumenstein (73) und Marga Werner (52) freuten sich auf einen amüsanten Abend. Genau wie Ute (67) und Dieter Jeppe (68). Die Theaterabende seien Höhepunkte in jedem Winter, sagten die beiden. Die Schlagfertigkeit der beiden Akteure wurde von zahlreichen Lachern des Publikums begleitet.

Folker Bohnet spielt nicht nur die männliche Hauptrolle, sondern führt auch Regie. „Sehr lustig“, fand Daniel Wagner (29) aus Ahnatal das Stück. Seine Frau Kathrin (29) bedauerte, dass so wenig junge Gäste gekommen waren. „Ein Goldjunge für Emily“ ist eine Hommage an die Zweisamkeit. Heiter, aber nicht immer lustig, denn viele Dialoge regen zum Nachdenken an.

Henry und Emily haben sich ihre eigene Welt erschaffen. Sie schminkten sich die Wirklichkeit so lange zurecht, bis sie ihren Wünschen entsprach. Während er noch von den Zeiten träumt, in denen er beinahe mit Liz Taylor gespielt hätte und Emily von den vielen Rollen, die sie einst auf großen Bühnen spielte, erzählt, entpuppt sich Jeff, der Mann, der jeden Tag das Essen auf Rädern bringt, als Enkel der beiden.

Kritik gibt es an diesem Abend keine. „Ein spannendes Stück, gefüllt mit lebendigen Dialogen“, sagte Britta Roloff (46, Altenbauna).

Emily wird am Ende bewusst, dass ihr Leben eine Kulisse, der Oscar nur ein goldener Staubfänger ist und der rote Teppich im eigenen Wohnzimmer liegt. Dennoch steht für Emily und Henry fest, dass ein bisschen Schminke ihr Leben schöner macht.

Nächste Komödie: „November“ am 10. Dezember, 20 Uhr, Stadthalle mit Jochen Busse. Vorverkauf (15,30 bis 26,30 Euro): HNA-Kartenservice Baunatal, Europaplatz 1, Tel. 05 61/49 18 90, und Kassel, Kurfürstengalerie, Tel. 05 61/20 32 04. HINTERGRUND

Von Tina Hartung

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