Hildegard Schleenbecker ist seit 50 Jahren Schwester des Diakonissenhauses

Leben für Nächstenliebe

Nah an der Natur: Der Sinnesgarten am Marie-Behre-Altenzentrum ist auf Schwester Hildegards Initiative entstanden. An bunten Glasobjekten können die Senioren Töne erzeugen. Das Foto entstand noch vor dem großen Schnee. Foto: De Filippo

Baunatal. Hildegard Schleenbecker liebt Blumen. Das sieht man sofort, wenn man ihre gemütliche Dachgeschosswohnung in Guntershausen betritt. Auf Tischen und Fensterbrettern stehen Orchideen und Veilchen. „Die habe ich zum Einsegnungsjubiläum geschenkt bekommen“, erzählt sie.

Vor 50 Jahren trat die 83-Jährige, die alle nur liebevoll Schwester Hildegard nennen, in den Dienst der Kirche. Eine Entscheidung, die sie ganz bewusst traf. Schon früh hatte sie für ihre jüngeren Brüder sorgen müssen. „Meine Eltern sagten immer: Pass gut auf sie auf. Und das habe ich bis zuletzt gemacht“, sagt sie.

Und noch mehr als das: Sie entschied sich für ein Leben mit Gott und im Dienst der Nächstenliebe.

Zunächst besuchte Schwester Hildegard die Krankenpflegeschule. „Aber ich half auch in der Wäscherei aus, wenn dort jemand fehlte“, sagt sie. Nach ihrer Einsegnung im Jahr 1960 arbeitete sie als Diakonisse in einem Mütter-Kind-Heim in Marburg. Doch wenig später kehrte sie zurück ins Kasseler Mutterhaus, wo sie junge Frauen in Hauswirtschaft ausbildete.

Zu vielen Schülerinnen hat Schwester Hildegard noch heute eine enge, freundschaftliche Beziehung. „Zu meinem 80. Geburtstag besuchten mich 25 von ihnen. Das war sehr schön.“

Auch zum Marie-Behre-Altenhilfezentrum in Guntershausen, wo Schwester Hildegard heute im betreuten Wohnen lebt, hat die 83-Jährige ein besonderes Verhältnis: 17 Jahre leitete sie das Heim. Inzwischen hat sie diese Aufgabe abgegeben. Ideen, wie man das Leben für die Senioren angenehmer machen kann, hat sie jedoch noch immer.

Der Sinnesgarten hinter dem Altenzentrum entstand zum Beispiel auf ihre Initiative. „So können die Bewohner immer hinausgehen, die Natur genießen“, sagt Schwester Hildegard. Die Anlage ist wunderschön geworden – ein Rundweg lädt zu Spaziergängen ein, Holzbänke zum Verweilen. „Im Sommer habe ich dem Heim außerdem noch einen großen Sonnenschirm geschenkt.“

Und auch Plätzchen backt die 83-Jährige gern für ihre Mitmenschen – in der Vorweihnachtszeit am liebsten Zimtsterne und Vanillekipferl.

Von Pamela De Filippo

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