Cheerleader-Gruppe Blue Birds sucht Nachwuchs – Am Freitag Schnuppertraining

Lebendige Pyramide

Akrobatik in schwindelerregender Höhe: Die Juniors der OSC-Cheerleader Blue Birds zeigen beim morgigen Probetraining, dass Cheerleading mehr ist als nur „Rumgepuschel“. Fotos: Rogge-Richter

Vellmar. Pascals Zeit wird kommen. Heute wird der 13-Jährige von seinen Mitschülern belächelt und vielleicht sogar heimlich verspottet, weil er als einziger Junge mit etwa 20 Cheerleadern des Obervellmarer Sportclubs (OSC) Vellmar trainiert. In wenigen Jahren aber wird Pascal unter seinen Kumpels der Größte sein. Schließlich kann er von sich behaupten, all die hübschen Mädchen bereits auf Händen getragen zu haben, die die anderen Jungs nicht anzusprechen wagen.

Um zu zeigen, dass Cheerleading ein Leistungssport ist - auch für Jungen -, der nach Auskunft der Trainer Anja Westermann und Ricky Cramer unter anderem Tanzen, Turnen sowie Akrobatik vereint, organisieren die OSC-Cheerleader „Blue Birds“ für den morgigen Freitag, 25. November, von 17 bis 18.30 Uhr in der Gymnastikhalle der Grundschule Niedervellmar ein öffentliches Probetraining.

„Die meisten Männer unterschätzen unseren Sport. Sie denken, Cheerleading ist nur so Rumgepuschel. Aber das stimmt nicht“, sagt Emily, 15, aus Vellmar, die mit ihrer 14-jährigen Schwester Pauline im Junior-Team der Blue Birds trainiert.

„Leider ist unser Sport in Deutschland nicht so angesehen. Dabei ist er so abwechslungsreich“, bestätigt Anna-Sophia, 13 Jahre alt. „Und anstrengend“, „aber auch aufregend“, „was ganz Besonderes und man sieht immer gut dabei aus“, rufen die weiteren Mädels durcheinander.

Kaum zu glauben, dass aus diesem Kreis kichernder Teenager von elf bis 16 aus Vellmar und Umgebung in nur wenigen Minuten menschliche Pyramiden werden.

Dann nämlich, wenn Anja Westermann und Ricky Cramer englische Vokabeln rufen wie „Basket Toss“ (Korb werfen) oder „Elevator“ (Fahrstuhl), rennen die Cheerleader konzentriert auf ihre Plätze, zählen auf Englisch ihren Countdown und strecken die Hände aus, um ihre Teamkolleginnen sicher in die Höhe zu befördern.

Zu den sogenannten „Flyern“, das sind die, die ganz oben stehen, gehören Anna-Sophia und Pauline. Unter absoluter Körperspannung stehen sie knapp unter dem Hallendach synchron auf einem Bein, halten kaum wackelnd die Balance und lächeln sogar noch dabei. „Unsere Pyramiden bestehen aus bis zu drei Etagen und sind bis zu zweieinhalb Körperlängen hoch“, erläutert Anja Westermann (42), die die Blue Birds seit ihrer Gründung vor zwei Jahren trainiert.

Dementsprechend lauten die Voraussetzungen für alle Interessierten: „Als Cheerleader muss man schwindelfrei sein und Vertrauen in die Mannschaft haben“, sagt Anja Westermann.

Von dem Probetraining verspricht sie sich Verstärkung für ihre Teams: „Wir suchen noch Mädchen und gerne auch Jungen ab acht Jahren für unser ‚Peewees’ (Winzlinge) sowie ab 17 für unsere Seniors.“

Von Sarah Rogge-Richter

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