Heimatmuseum Hessenstube zeigt Schuhmacherwerkstatt

Lederwalze mit Zunge

Fritz Bohrs

Baunatal. „Dieses Gerät diente der Glättung von Ledersohlen“, sagt Fritz Bohrs vom Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Baunatal. Er macht bei seiner Führung auf die Schuhmacherwerkstatt in der Hessenstube in Baunatal-Altenritte aufmerksam. Sie befindet sich im Obergeschoss des Museums.

Das Gerät, das mit einer Schuhsohle zwischen den beiden Walzen präsentiert wird, wirkt dadurch fast so, als strecke es die Zunge heraus. Es war dazu da, Leder weich und biegsam zu machen.

„Viele Ausstellungsstücke in dieser Werkstatt stammen von dem Schuhmachermeister Hofmann aus Altenbauna“, ergänzt Karin Meinken vom Geschichtsverein. „Die Schuster übten ihr Handwerk oftmals neben der Landwirtschaft aus. In einer kleinen Ecke im Wohnzimmer oder einem separaten Raum haben sie Schuhe besohlt“, erzählt sie.

Die Bezeichnung Gust. Rafflenbeul Schwelm i. W. verrät, dass die Maschine, die in der Hessenstube gezeigt wird, in der Metallwaren- und Maschinenfabrik von Gustav Rafflenbeul in Schwelm in Nordrhein-Westfalen hergestellt wurde.

Die Stadt bei Wuppertal, die an der Grenze zum Rheinland liegt, wird als Pforte Westfalens bezeichnet.

Der 1888 gegründete Betrieb produzierte Maschinen für Schuhfabriken und das Schuhmacherhandwerk. Darüber hinaus stellte das Unternehmen Gelenkwellen für den Fahrzeugbau her.

Stadtmuseum Baunatal, Mühlenweg 4, und Hessenstube, Ritter Straße 1, Altenritte, sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 05 61/4 99  21 37. www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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