Dubiose Gewinnbriefe an Bürger im Landkreis verschickt – Verbraucherschützer raten: Nicht reagieren

Leere Versprechungen per Post

Eva Raabe Archivfoto: nh

Fuldabrück. Eine freudige Nachricht flatterte Gerhard Schätzlein Anfang der Woche ins Haus. Im Briefkasten des Fuldabrückers lag ein Schreiben mit der Ankündigung: „1500 Euro stehen zur Auszahlung, Herr Schätzlein.“

Alles, was er tun müsse, sei, „die anhängende Antwortkarte mit Ihrer Platzreservierung innerhalb acht Tagen zurückzuschicken und Ihren Gewinn am 21.6.2011 bei uns abzuholen“. Absender des Serienbriefs ist der TB Verlag UG „Das Telefonbuch“ mit Sitz in Stapelfeld bei Hamburg.

Versprochen wird dem Gewinner – wie vielen anderen im Landkreis Kassel – darüber hinaus neben einem kostenlosen Frühstück auch ein „elegantes schnurloses Festnetztelefon mit herausragenden Leistungsmerkmalen“. Und für jede mitgebrachte Person soll es obendrein kostenlos ein Handy der neuesten Generation geben. Doch mit dem versprochenen Geld wird es nichts werden. Das zeigt schon ein kurzer Blick ins Internet: Dort wird vor dubiosen Gewinnversprechungen des genannten Verlags gewarnt.

Die DeTeMedien GmbH, Herausgeber von „Das Telefonbuch“, distanziert sich von dem Schreiben. Es handele sich um eine Täuschung in bewusster Anlehnung an die Marke „Das Telefonbuch“, man gehe juristisch gegen die Verfasser vor, hieß es auf Anfrage der HNA.

„TB Verlag“ existiert nicht

Doch das ist offenbar nicht so einfach, denn nach Medienberichten existiert ein „TB Verlag UG“ in Stapelfeld nach Auskunft des Handelsregisters Lübeck gar nicht.

Auch Verbraucherschützer warnen davor, auf das Gewinnversprechen einzugehen. Die Masche sei bekannt, die Adressaten sollen mit dem Brief zu zweifelhaften Verkaufsveranstaltungen gelockt werden. „Die versprochenen Gewinne werden meistens nicht ausgezahlt“, sagt Eva Raabe von der Verbraucherberatung in Kassel, die Geschenke seien häufig minderwertig. „Wir empfehlen, das Schreiben wegzuwerfen und auf keinen Fall hinzufahren“, sagt Raabe. Denn wer mit der Antwortkarte reagiere, signalisiere damit, dass er ein potenzieller Kunde sei. Er werde dann vermutlich immer wieder solche Schreiben erhalten, seine persönlichen Daten würden weiterverkauft.

Übrigens: Wer bei einer Kaffeefahrt einen Kaufvertrag unterschrieben hat, kann ihn widerrufen. Rechtlich handelt es sich laut Verbraucherzentrale um Haustürgeschäfte, bei denen laut Bürgerlichem Gesetzbuch den Kunden ein 14-tägiges Widerspruchsrecht zustehe.

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Von Holger Schindler

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