Dorfentwicklung: Bürger in Nieste und Helsa entwickeln gemeinsam Ideen

Leerstand als Chance

Uschi Bankert

Nieste / HElsa. Seit Februar haben sich Bürger aus den Gemeinden Nieste und Helsa - begleitet von Fachplanern - in lokalen Arbeitsgruppen und auf gemeinsamen Sitzungen Gedanken über die Dorfentwicklung gemacht.

Jetzt wurde das integrierte kommunale Entwicklungskonzept für die Dorferneuerung mit ersten Projektideen im Dorfgemeinschaftshaus Nieste der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ganz oben auf der Wunschliste der öffentlichen Bauvorhaben stehen das Dorfzentrum in Nieste auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses Ketzer und das Veranstaltungszentrum im Gasthaus König von Preußen im Ortskern von Helsa.

Was diese und die weiteren Startprojekte kosten und ob sie finanzierbar sind, steht noch nicht fest. Aber die Strategien und Ziele, die für die Dorferneuerung der ersten „Interkommune“ in Hessen formuliert wurden, sind ehrgeizig und klingen recht vielversprechend. Ein Leitansatz ist, die soziale Infrastruktur zu verbessern und öffentliche Gebäude besser zu nutzen. Gezielt fördern will man das bürgerschaftliche Engagement, generationsübergreifende Angebote und die städtebauliche Entwicklung. Der Leerstand von Gebäuden sei eine Chance, heißt es. Als weitere Sofortmaßnahmen sind Begrüßungspakete für Neubürger, eine Generationenbörse und die Neuordnung des Platzes an der Linde in Eschenstruth nach dem Abriss des Hauses Skrubek aufgeführt.

In Helsa will man sich im touristischen Segment zuvorderst um den Ausbau der Gastronomie und der Gästezimmer im König von Preußen kümmern. Außerdem soll auch mit Patenschaften ein Beitrag für den Erhalt des Mühlrads geleistet werden.

Die in den Orten räumlich vorgesehenen Zuwendungsgebiete und die Möglichkeiten der Förderung privater Bauvorhaben, wie beispielsweise eine bauliche oder energetische Sanierung von Fachwerkhäusern, werden am Montag, 16. September, im Gasthaus König von Preußen in Helsa (Beginn 19 Uhr) vorgestellt. Punkten wollen Helsa und Nieste auf ihrem gemeinsamen Weg mit der Natur und intakten Dorfgemeinschaften sowie mit der Nähe und guten verkehrlichen Anbindung zum Oberzentrum Kassel. Auch der bezahlbare Wohnraum soll noch stärker in die Argumente bei der Gewinnung von Neubürgern und jungen Familien einbezogen werden. Dorfplanerin Uschi Bankert listete aber auch Schwächen und Risiken auf: Zum Beispiel schneide St. Ottilien in der Entwicklung der Einwohnerzahl, beim Leerstand von Gebäuden und dem Bevölkerungsanteil unter 18 Jahren am schlechtesten ab, während Nieste und Wickenrode diesen Teil des Rankings anführen, sagte die Dorfplanerin. „Am 31. Oktober wird die Summe genannt, die das Land Hessen für die vorgeschlagenen Startprojekte geben will“, sagte der Abteilungsleiter beim Amt für ländlichen Raum des Landkreises Kassel, Peter Nissen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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