Organist Martin Persch musiziert in der Kirchengemeinde Obervellmar

Mit Leib und Seele Organist: Martin Persch sitzt an der Orgel der evangelischen Kirche Obervellmar. Der 28-Jährige hat die Nachfolge von Gudrun Hensch angetreten. Foto: Schilling

Vellmar. „Oh du fröhliche“ hat den Ausschlag gegeben. Vor 13 Jahren hörte Martin Persch das Lied bei einem Weihnachtsgottesdienst im Fernsehen, gespielt auf der Orgel. „Das klang so schön. Da habe ich noch in derselben Nacht beschlossen, das will ich lernen“.

Gesagt, getan – der damals 15-Jährige suchte sich eine Orgellehrerin und begann zu spielen. Ein halbes Jahr später begleitete er zum ersten Mal einen Gottesdienst in der Obervellmarer Kirche. Ein Einsatz, dem bis heute viele weitere folgten. Martin Persch trat als neuer Organist der Kirchengemeinde Obervellmar die Nachfolge von Gudrun Hensch an.

„Ich verbringe jede freie Minute an der Orgel“, erzählt der 28-Jährige, der in einem Haus voller Musik aufgewachsen ist. „Wir sind eine musikalische Familie. Auf jeder Etage steht ein anderes Instrument.“ Er selbst hat im Alter von fünf Jahren angefangen Klavier zu spielen, doch mit dem Übergang von der Grund- an die Gesamtschule „war es erst mal genug“, erinnert sich Persch.

Die musikalische Pause währte bis zur Konfirmandenzeit. Dann wurde seine Leidenschaft für Orgelmusik geweckt. Zuerst wurde er von der damaligen Bezirkskantorin Rosemarie Schwarz unterrichtet, später von Angelika Grosswiele, Bezirkskantorin im Kirchenkreis Kaufungen.

Am 1. Juni trat Persch die Stelle des nebenberuflichen Organisten an. Als dieser wird er drei Gottesdienste im Monat musikalisch umrahmen. Damit hat sich für den jungen Musiker ein Traum erfüllt. Er macht aber auch deutlich: „Mein Hauptberuf darf nicht unter dem Orgelspiel leiden“. Seit sieben Jahren arbeitet er als Verwaltungsfachangestellter beim Regierungspräsidium Kassel.

Der Kirchengemeinde fiel die Wahl des neuen Organisten leicht. „Das sich die Nachfolge so schnell regelt, ist nicht selbstverständlich“, sagt Pfarrer Alfred Hocke. Nicht immer stehen Kandidaten bereit, die das Amt übernehmen wollen und die nötige Qualifikation mitbringen.

Für Martin Persch kein Problem. Er verfügt über den Eignungsnachweis, eine kirchenmusikalische Qualifikation der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die für nebenberufliche Organisten gedacht ist.

Und er lernt stetig weiter. Jeden Tag spielt der 28-Jährige Orgel, entweder in der Kirche oder zuhause auf seiner Sakralorgel. Das Instrument kommt ohne Pfeifen aus und erzeugt die Töne elektronisch.

Die Lieder aus dem Gesangbuch kann der Musiker alle vom Blatt spielen. „Die güldne Sonne“ und „Danke für diesen guten Morgen“ gehören zu seinen Lieblingsstücken. „Und keine Adventszeit geht für mich ohne Tochter Zion“, sagt er bestimmt.

Aber auch neue, unbekannte Stücke übt der Organist gerne ein. „Diese Aufgeschlossenheit von Martin Persch und seine Zuverlässigkeit haben uns überzeugt“, erklärt Gemeindepfarrer Hocke.

Und wenn er einmal nicht an der Orgel zu finden ist? Dann ist Martin Persch vielleicht gerade mal wieder mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs. Denn auch Reisen ist eines seiner Hobbys.

Von Meike Schilling

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