Der Oberkaufunger Lehrer Max Kukis entwickelte 1955 ein patentiertes Mehrzweck-Turngerät

Leibeserziehung am Unimax

Sportunterricht im Turnboden unter dem Dach der Ernst-Abbe-Schule: Das Sportgerät Unimax wurde von Lehrer Max Kukis entwickelt. Foto:  Familie Kukis/nh, Repro: Wienecke

Kaufungen. Der Altbau der Ernst-Abbe-Schule wird 100 Jahre alt, der Neubau bereits 60 Jahre. Beim Schulfest am Samstag, 8. Juni, erinnert ein Film aus den 60er-Jahren, der im Computerraum im Altbau der Schule gezeigt wird, daran, wie es früher beim Schulsport zuging.

Für die Sportschule Köln

Das Regionalmuseum stellte den Film zur Verfügung. „Er wurde für die Sportschule Köln gedreht“, berichtet Hilde Kukis (79), die von 1958 bis 1990 an der Ernst-Abbe-Schule unterrichtete. Ihr verstorbener Mann Max (1915 bis 1999) kam 1945 als Lehrer an die Schule, er stammte aus Ostpreußen.

In einem Beitrag in der Ortschronik „1000 Jahre Kaufungen“ erläutert Michael Kukis (54), der Sohn von Hilde und Max Kukis, wie aus dem Schulhof unter Mitwirkung seines Vaters ein Turn- und Spielplatz wurde. Er beschreibt, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg meist nur leere Pausenhöfe ohne Geräte gab. Der Turnunterricht fand auf den Sport- und Fußballplätzen statt. „Mein Vater hatte früh erkannt, wie wichtig die Leibeserziehung für die körperliche und seelische Entwicklung der Jugend ist und setzte sich in den Jahren seiner Oberkaufunger Lehrertätigkeit bis 1961 für die Verbesserung der Schulsportbedingungen ein“, schreibt er. Bei dem Umgestalten des Pausenhofs zu einem Schulsporthof entstanden Sprunggruben, Spielfelder sowie ein Gerätepark mit Barren und Klettergeräten. In Zusammenarbeit mit Ehemaligen und Handwerkern wurden Hoch- und Tiefrecks aus Gasrohren angefertigt. Mitte der 50er-Jahre entwickelte Max Kukis neben weiteren Geräten das Mehrzweckturngerät Unimax.

Es bestand aus zwei Ständern, Leitern, Balken, Kletterstangen, Holmen, Sprungbrettern, Kästen und Bänken, die sich kombinieren ließen. Das Gerät erhielt Patentschutz und wurde von dem Sportgerätehersteller Grünzig in Eystrup an der Weser vertrieben. Durch den Deutschen Leichtathletik-Verband wurde es Schulen und Vereinen empfohlen. „Es soll helfen, den Haltungsverfall der Jugend einzudämmen“, führte Max Kukis 1955 dazu aus.

Auch an die früheren Schulleiter wird sich so mancher Ehemalige beim Schulfest erinnern. Zu ihnen gehörten Wilhelm Römer (1946), Karl Schäfer, Rektor Winterfeld, Hans Löfke, Peter Strohs, Gerlinde Ehl und Margita Huhn-Gabel (als Konrektorin). (pbw)

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