Die Störche von Sandershausen sollen geschützt werden

Leinenzwang im Visier

Im Anflug: In Sandershausen ist der Schutz der Störche in der Diskussion. Foto: Ketteritzsch

Niestetal. Die Sorge um Ruhe für das Storchenpaar am Fulda-Ufer in Sandershausen hat jetzt auch das Gemeindeparlament erreicht. Die Grünen schlugen vor, die Gefahrenabwehrverordnung zu ergänzen und in Teilbereichen eine Leinenpflicht für Hunde einzuführen. So will man Störungen durch frei laufende Hunde beim Brüten und späteren Aufziehen von Jungstörchen weitgehend ausschließen. Die Leinenpflicht solle vom 1. März bis 30. September eines Jahres für den Verbindungsweg zwischen der Fußgänger- und Radfahrerbrücke nahe der Niestemündung und dem Altarm der Nieste sowie für den Bereich westlich dieses Weges gelten.

Obwohl sich gegen den Antrag kein Widerspruch erhob, kam es nicht zu dem gewünschten Beschluss, weil bei Satzungsänderungen nach der Hessischen Gemeindeordnung eine Beratung im zuständigen Ausschuss vorangehen muss. Das war beim Antrag der Grünen noch nicht der Fall.

Hundehalter fühlen sich von den kurzfristig am Ufer aufgestellten, unverbindlichen Hinweisschildern „offenbar nicht angesprochen“, hatte Antonio Diaz Sanchez zuvor kritisiert. „Man hätte einen Dringlichkeitsantrag stellen können“, es mache Sinn, jetzt darüber zu reden, sagte Erich Schaumburg (CDU).

„So geht es nicht, wir müssen den normalen Weg gehen“, sagte Parlamentschef Volker Hammermüller (SPD). Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) sagte, dass Satzungen nicht auf dem Dringlichkeitsweg geändert werden können. Das sei genauso Rechtslage wie die zwingend vorgeschriebene Behandlung im Ausschuss. Es bestehe wegen der komplizierten Materie auch noch Beratungsbedarf mit dem Städte- und Gemeindebund.

Siebert wies erneut darauf hin, dass andere Gemeinden in vergleichbaren Fällen mit allgemeinen Verboten oder Zwangsmaßnahmen vor Gericht gescheitert seien. Mit den Stimmen aller Parteien beschloss die Gemeindevertretung, den Satzungsänderungsantrag der Grünen an den Haupt- und Finanzausschuss weiterzuleiten.

Für das Sandershäuser Storchenpaar ist die Situation indessen unverändert. Die Küken der beiden sind noch nicht geschlüpft, die Eier liegen sicher im Nest – außerhalb der Reichweite von Hunden. (ppw/kes)

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