Leiselzwerge geben auf: Elternverein stellt Betreuung ein

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Neue Räume seit vergangenem Dezember: Die Kinder der blauen Gruppe frühstückten beim Einzug in die Räume in ihrem 45 Quadratmeter großen Gruppenraum. Mit dabei waren Antje Bauer (Fachbereich Bauen im Rathaus, von links) sowie die Mitarbeiterinnen der Leiselzwerge, Christina Pelz, Melanie Conrad und Vanessa Höhmann.

Baunatal. Nach zehn Jahren ist Schluss: Der Verein der Leiselzwerge stellt seine Arbeit zum 31. Juli 2011 ein. Die Mitglieder haben das Ende des Elternvereins beschlossen. „Wir sind über diesen Schritt sehr traurig“, sagt Melanie Siegel vom Vorstand der Leiselzwerge.

Die Stadt Baunatal wird nun ab 8. August den Betrieb der Kindertagesstätte übernehmen.

Häufig wechselnde Vorstände und letztlich die Gefahr rote Zahlen zu schreiben, besiegelten das Aus des Vereins. Erst vor einem halben Jahr hatten die Leiselzwerge ihr neues Domizil an der Rembrandtstraße bezogen.

Für den Einzug in die neuen Räume der Kindertagesstätte seien zu viele Kosten entstanden. „Wir haben neue Möbel gekauft, Personal angestellt und eine dritte Gruppe eingerichtet“, sagt Siegel. Die dritte Gruppe wurde jedoch nie eröffnet, da nicht klar war, ob die Kosten gedeckt werden könnten.

Schulden habe der Verein nicht. Aber die Gefahr, dass das Geld nicht reiche und Insolvenz angemeldet werden müsste, sei jedoch zu groß. „Wir wollen nun alles zu einem guten Ende führen“, sagt Siegel.

Die Betreuung bei den Leiselzwergen wurde bisher vom Elternverein organisiert. „Es ist alles ehrenamtlich und neben einem normalen Job ist das nicht einfach“, sagt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub.

Die Planung des Personals, Abläufe in der Kita, Verpflegung der Kinder - alles müsse gut geplant werden und der Aufwand dafür sei sehr hoch.

Sechs Vorstände gab es in den vergangenen zehn Jahren. Viele hatten ihr Amt wieder abgegeben, weil die Aufgaben neben Beruf und Familie nicht mehr zu bewerkstelligen waren. „Die Leute kämpften und haben sich sehr bemüht, aber der Aufwand ist einfach enorm“, erläutert Schaub.

Der Elternverein Vorkindergarten „Die Leiselzwerge“ betreute bisher Kinder unter drei Jahren. 32 Kinder sind derzeit zu Gast bei den Leiselzwergen. Insgesamt gibt es 138 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Baunatal. Künftig sollen es noch mehr werden, da der Bedarf an Betreuungsplätzen steige, sagt Schaub.

Deshalb war es auch das Ziel des Vorstands, der erst im März neu gewählt wurde, eine Lösung für die Kita und die Kinder zu finden.

Die Stadt Baunatal hat sich dazu bereit erklärt, ab dem 8. August eine Kindertagesstätte mit 30 Betreuungsplätzen in Betrieb zu nehmen und die Betreuung in den jetzigen Räumen der Leiselzwerge anzubieten. „Wir wollen die Betreuung der Kinder unter drei Jahren auf jeden Fall sicherstellen“, sagt Schaub. Für die Eltern und die Kinder bleibe alles gleich. „Das Einzige, was sich ändert, ist, dass die Eltern dann weniger Gebühren zahlen müssen“, erklärt der Bürgermeister.

Eine gewisse Erlösung sei es für den Verein zu wissen, dass es weitergehe und die Kinder versorgt sind. „Die Stadt kann das ganz anders organisieren, als ein Verein“, sagt Siebel. Finanzielle Absicherung und Zugriff auf mehr Personal seien nur von Vorteil.

Hintergrund:

Der Elternverein Vorkindergarten e. V. „Die Leiselzwerge“ wurde im November 2000 gegründet. Seitdem betreut er Kinder unter drei Jahren. Derzeit gibt es 30 Betreuungsplätze bei den Leiselzwergen.

Vier Erzieherinnen kümmern sich um die Jüngsten. Das Zuhause der Kinder ist die Kindertagesstätte an der Rembrandtstraße, die der Elternverein kostenfrei von der Stadt gemietet hat.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt 1,5 Millionen Euro für den Abriss und den Neubau der Kita investiert. In der Rembrandtstraße haben die Leiselzwerge seit der Fertigstellung im Dezember 2010 viel Platz zum Spielen. Auch einen Schlafraum, eine Küche, ein großes Freigelände, mehrere Waschräume, Toiletten sowie ein Büro und Abstellräume bietet das Domizil.

Von Jessica Bassing

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