Diamantene Konfirmanden in Hoof erinnerten sich an ihre Jugendzeit

Leiterwagen als Spielplatz

Die Hoofer Diamant-Jubilare: 1. Reihe von links Liesel Kues, Lotti Bechtel, Minna Döring, Marianne Landgrebe, Ernestine Schmidt, Geog, Dung. 2. Reihe Pfarrerin Cathrin Szameit, Christa Nägel, Ludwig Kaufmann, Horst Rudolph. 3. Reihe Edith Bürger, Anneliese Schmidt, Wolfgang Küstner, Ursula Krug, Gottlieb Manns, Lina Holzhauer, Helga Horn, Helga Götting, Martha Uttermöhle, 4. Reihe: Hans Kaufmann, Erhard Erben, Gisela Bönicke, Martha Schramm, Dieter Leck, Rudi Kuhaupt, Edeltraud und Heinz Dung. Foto: Dilling

Schauenburg. Nachmittags hüteten sie für ein paar frische Äpfel Ziegen und Gänse der Bauern, abends kämpften sie spielerisch um den besten Aussichtsplatz auf den hohen Leiterwagen, mit denen die Landwirte das Heu transportierten: Die Hoofer Kinder verbrachten vor 60 Jahren ihre Freizeit so ganz anders als ihre Altersgenossen heute.

Beim Treffen von 30 diamantenen Konfirmanden am Wochenende im Gasthaus Himmel lebte diese Zeit bei den Gesprächen wieder auf. Ursprünglich waren es 63 Jugendliche, die beim damaligen Pfarrer Bode Kirchenlieder und Katechismus lernten. 16 ehemalige Konfirmanden sind bereits gestorben, einige waren zu krank, um zu kommen. Die übrigen feierten mit Pfarrerin Cathrin Szameit in der Kirche das 60-jährige Konfirmationsjubiläum

„Das war eine schöne Zeit“, so erinnert sich Minna Döring an ihre Jugendzeit. Der Alltag der Kinder habe sich außerhalb der Schule vor allem auf der Straße abgespielt, wo damals noch kaum Autos fuhren. Der Konfirmationsunterricht dauerte zwei Jahre und wurde vom Pfarrer streng geleitet. Am Montag hätten die Kinder in der Schule über die Sonntagspredigt einen Aufsatz schreiben müssen. Dabei sei herausgekommen, wer den Gottesdienst geschwänzt habe, erzählt die 74-jährige. Zur Strafe mussten diese Kinder zusätzliche Verse auwendig lernen. „Pfarrer und Lehrer waren Respektpersonen“, sagt Döring, die wie viele ihrer Altersgenossinnen nach der Konfirmation täglich mit dem Rad nach Kassel fuhr, um als Haushälterin ihr erstes Geld zu verdienen. Für einige Jungen fing schon vor der Konfirmationsfeier die Lehrzeit an.

Während sich viele ehemalige Konfirmanden nach langer Zeit erstmals wiedersahen, waren Heinz und Edeltraud Dung (beide 75) schon damals unzertrennlich. Der ehemalige Radsportler ist mit seiner Edeltraud bereits seit 52 Jahren verheiratet.

Von Peter Dilling

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