Märchenausstellung in Grundschule Frommershausen

Lernen mit Rapunzel

Spielend lernen mit der Brüder-Grimm-Ausstellung: (von links) Rubens-Noah Raabe, Marie Elisabeth Freund, Justin Tagou, Lovina Löber. Foto: Habich

Vellmar. Am Pfefferkuchenhäuschen wird gerätselt. Die Grundschüler in Frommershausen klappen Lebkuchen- platten aus Holz auf und zu. Es gilt, bei einer Art Memory Sätze zu formen. Fünf „Märcheninseln“ zum Lernen und Spielen wurden in der Grundschule Frommershausen aufgebaut. Dort ist in dieser Woche die Wanderausstellung „Zauberwald und Märchenschloss“ der Brüder Grimm-Gesellschaft zu Gast.

„Sinn der Ausstellung ist es, dass die Schüler spielerisch Zugang zur Märchenwelt der Brüder Grimm bekommen und nebenbei ihr Leseverständnis verbessern“, sagt Christa Gutsche. Sie ist kommissarische Leiterin der Grundschule Niedervellmar und leitet derzeit auch die Einrichtung in Frommershausen. Neben dem Memory gibt es weitere Spiele: Am Rapunzelturm müssen Fragen beantwortet werden, aus Stoffwürfeln lässt sich ein riesiges Märchenpuzzle bilden. Die Schüler beschäftigen sich auch im Unterricht eine Woche lang mit den Geschichten – üben ein Aschenputtel-Theaterstück ein, basteln Märchenfiguren.

„Nicht nur die Kinder sollen sich mehr für Märchen interessieren, auch von den Eltern wünsche ich mir, dass sie wieder mehr vorlesen“, sagt Christa Gutsche. Obwohl heute moderne Märchen wie Harry Potter Kinder begeistern: Sie findet es wichtig, die Brüder Grimm als Weltkulturerbe weiterzupflegen. Die achtjährige Drittklässlerin Marie kümmern solche Überlegungen nicht weiter: „Ich mag alte genauso wie neue Märchen. Und meistens lese ich selbst“, sagt sie.

Eine Besonderheit der Wanderausstellung: Alle Texte gibt es nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Russisch und Türkisch für Schüler mit Migrationshintergrund. „In Frommershausen gibt es davon nur wenige – anders als in der Grundschule Niedervellmar“, sagt Christa Gutsche. „Von dort lade ich Mütter aus Migrantenfamilien ein, mit den Kindern die Ausstellung zu besuchen, Texte in ihrer Sprache vorzulesen und gern auch Märchen aus ihrem Herkunftsland zu erzählen.“ (irh)

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