Abschiedskonzert der Kantorei Bergshausen-Waldau: Sänger hören auf - Nachwuchs fehlt

Ein letztes Lied nach 25 Jahren

Der letzte Auftritt: Die Kantorei Bergshausen-Waldau unter Leitung von Bezirkskantor Martin Baumann (ganz hinten) gab in der Kirche Bergshausen ihr letztes Konzert. Foto: Büntig

Fuldabrück. Einen Chor nach 25 Jahren aufzugeben, ist nicht einfach. Dies spürten auch die zahlreichen Besucher in der Bergshäuser Kirche beim Abschiedskonzert der Kantorei Bergshausen-Waldau. Doch der Abschied war nicht zu umgehen, weil der Nachwuchs fehlt.

Musikalisch unterstützt durch Musiker des Kaufunger Collegium musicum entführten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Bezirkskantor Martin Baumann ihr Publikum auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Kirchenchorgeschichte.

Gegründet wurde die Kantorei 1985 mit zwölf Sängerinnen und Sängern. Wechsel in der Chorleitung führten zu einem stetigen Auf und Ab.

Unter Chorleiterin Schneider verdoppelte sich die Mitgliederzahl, auch Waldauer Sänger stießen dazu. Zahlreiche Gottesdienste wurden musikalisch mitgestaltet, Chorreisen fanden statt.

Nach ihrem Ausscheiden 1999 drohte sich der Chor aufzulösen, mehrere nachfolgende Chorleiter konnten die Aufgabe nicht zufriedenstellend erfüllen. Dies änderte sich erst 2002, als Kantor Martin Baumann die Chorleitung übernahm. Zu nennen sind unter anderem das Benefizkonzert zur Kirchenrenovierung 2004 sowie viele Auftritte zu Gottesdiensten. Hatte der Chor bereits in der Vergangenheit kaum Neuzugänge, fallen inzwischen auch die aktiven Sänger im Alter von Mitte 50 bis Ende 70 immer häufiger dauerhaft aus.

Die Arbeit von Bezirkskantor Martin Baumann schlug sich in großer Disziplin und Zuverlässigkeit der Mitglieder nieder. „Selbst bei der Urlaubsplanung wurden die Chorproben berücksichtigt”, lobte er und betonte die tolle Gemeinschaft.

Trotzdem ließ sich die Entscheidung, die Kantorei aufzulösen, nicht länger vermeiden. Mit dem Lied ihres ersten Auftritts „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ verabschiedete sich der Chor nun endgültig. Auch wenn diese Entscheidung nachvollziehbar und notwendig ist, so war die Wehmut sowohl bei den Akteuren als auch im Publikum deutlich spürbar. (pbü)

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