Käte und Erwin Lehmann feiern heute mit ihrer großen Familie die Eiserne Hochzeit

Liebe kam beim Arbeiten

Eisernes Hochzeitspaar: Heute vor 65 Jahren schlossen Käte und Erwin Lehmann den Bund fürs Leben. Foto: Oschmann

Espenau. Wie schafft man 65 Ehejahre? „Na, ich bin eine Lerche“, erklärt Erwin Lehmann (87) schmunzelnd, „und in meiner breslauer Heimat in Schlesien bedeutet das soviel wie liebes Kind.“ „Genau, stimmt“, bestätigt seine zwei Jahre jüngere Frau Käte.

Heute feiern das Paar das Fest der Eisernen Hochzeit. „Dass wir so lange verheiratet sind, ist die Leistung von uns beiden“, sind sie sich einig.

Kennen gelernt haben sich Erwin Lehmann und Käte Klang, wie sie damals noch hieß, 1947 in Grebenstein. Dort lebte Erwins Schwester Luise, im benachbarten Calden eine andere Schwester. Darum durfte der ehemalige Kriegsgefangene nach Nordhessen kommen.

Erwin pendelte zwischen Calden und Grebenstein, wo er in der Landwirtschaft mithalf. Irgendwann war er aber öfter in Grebenstein, weil er dort Käte auf dem Hof treffen konnte. „Einmal, als sie gerade die Stiefel ihres Chefs putzte, sagte ich, na, die müssen aber noch richtig gewienert werden und zeigte es ihr“, erzählt der Ehemann. „Da kamen wir zusammen“. „Verliebt, verlobt, verheiratet, so war das“, sagt er und lacht.

Nach der Hochzeit lebte das junge Ehepaar zunächst ein Jahr bei Kätes Eltern, dann zoges sie als eine der ersten an den Schäferberg, wo es damals ein von Ausländern geräumtes Lager gab. Später kauften Lehmanns dort ein größeres Haus mit schönem Grundstück. Heute zählen die beiden zu den ältesten Bewohnern des Schäferberges.

Zunächst verdiente der Ehemann als Waldarbeiter den Lebensunterhalt, dann wechselte er zur Bundesbahn. „Erwin hat immer gut für die Familie gesorgt“, sagt seine Frau anerkennend.

Sechs Söhne und eine Tochter bekam das Ehepaar. Durch einen Verkehrsunfall, an dem er unschuldig war, verloren die Lehmanns 1999 ihren ältesten Sohn Manfred. „Er fehlt uns jeden Tag“, sagt der Vater, „und heute ganz besonders“.

Schon als Kind hatte sich Erwin Lehmann der Kaninchenzucht gewidmet. So ging er im Kleintierzuchtverein Espenau in seinem Hobby auf, bis zu 80 Kaninchen hatte er im Stall, heimste viele Pokale ein und engagiert sich heute als Ehrenmitglied. „Und Käte war die beste Kaninchenbraterin“, sind sich Ehemann, Sohn Wolfgang und Schwiegertochter Heike einig. „Hier blieb nie was übrig“, ergänzt die Ehefrau schmunzelnd.

Dass ihre Eisernes Hochzeitsfest im Schlosshotel Wilhelmsthal mit über 50 Gästen gelingt, dafür garantiert Schwiegertochter Heike. Und dass auch die zwölf Enkel und neun Urenkel dabei sind, freut Käte und Erwin Lehmann ganz besonders.

Von Sabine Oschmann

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