Abschied von der Kindheit

Liebe, Sex und Tipps für schwierige Zeit

Helfen mit Gesprächen und Informationen: Diana Brencher und Dirk Wichmann von Pro Familia. Foto:  Grigoriadou

Ahnatal. Pubertät, Zeit der Übergänge – zu diesem Thema fand in der Weimarer Helfensteinschule ein Informationsabend für Eltern statt. Dirk Wichmann und Diana Brechner sind Sexual- und Sozialpädagogen bei Pro Familia und freuten sich über das große Interesse der 60 Teilnehmer.

"Mit dem Ende der Grundschulzeit fangen die Kinder an, sich mit der Pubertät zu beschäftigen“, sagte Diana Brencher. „Sie entwickeln ihre persönlichen Geschmäcker und verabschieden sich langsam von ihrer Kindheit.“ Eine spannende Zeit - für Eltern und Kinder. „Der Pubertät begegnen Eltern eher negativ. Und das bekommen auch die Kinder mit“, sagte Diana Brechner. „Dann werde ich zickig und kriege Pickel, sagen viele.“

Doch was tun, wenn das eigene Kind sich verändert, Stimmungsschwankungen hat und sich teilweise abwendet von der Familie? Wie begegnen Eltern der Medienwelt, die den jungen Menschen freien Zugang zu Filmen mit pornografischer Handlung ermöglicht? Was tun, wenn Eltern als langweilig betitelt werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv. „An so einem Informationsabend kann man natürlich keine Fragen ausführlich diskutieren. Aber die Teilnehmer untereinander geben sich viele Tipps, da sie Kinder unterschiedlichen Alters haben“, sagte Diana Brencher. „Wichtig ist auch, dass die Kinder Freunde haben, mit denen sie ihre Fragen besprechen können.“

Als „Generation Porno“ und sexuell verwahrlost werden die heutigen Jugendliche manchmal dargestellt. „Das entspricht nicht unserer Wahrnehmung“, sagt Dirk Wichmann. Zum Beispiel finde Sex seit vielen Jahren konstant bei den meisten Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren statt.

Unter den Teilnehmern waren auch Jugendliche, die als Ferienspielbetreuer mit Kindern zu tun haben. Und da die Betreuer selbst noch zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören, gab es heiße Diskussionen.

„Ja, wie könnte man euch zum Beispiel dazu bewegen, eure Zimmer aufzuräumen?“, fragte eine Mutter in die große Runde. „Ich möchte es machen, wann es mir passt, nicht wann meine Eltern es wollen“, kam eine ehrliche Antwort zurück. (pgr) Mehr Informationen: www.profamilia.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.